San Pedro de Atacama ist es nun geworden. Für das Obsavatorium gab es keine Plätze mehr und so entschied ich mich nach San Pedro zu fahren, mit den kleinen Umwegen über die Aussicht zum Monumento Natural La Portada und zur Mano del Desierto. Doch bevor es zur Tür des Hotels raus bin traf ich noch Carlos. Er war begeistert von meinem Motorrad und wir „unterhielten“ uns ein wenig und so erfuhr ich, dass er auch nach San Pedro de Atacama fahren wollte.
Als erstes nahm ich also Monumento Natural La Portada in Angriff und fragte mich ob sich das lohnen würde, da ich in entgegengesetzter Richtung, als ich eigentlich wollte durch das restliche Antofagasta musste. Der Weg war schnell erledigt und ich muss gestehen La Portada ist wirklich beeindruckend. Wie so oft versuchte ich das Motiv und die Steilküste drumherum einzufangen. Nebenbei bemerkt, so eine BMW macht schon Eindruck und auch hier wurde ich von verschiedenen Leuten angesprochen. Woher, wohin und dass sie selber fahren oder fuhren. Wirklich sehr angenehme und nette Leute. Aber zum La Portada, seht selbst…
Nun wieder Komplet durch Antofagasta, teils auf der Stadtautobahn und dann war ich raus und wieder auf meinem „Wüstentrack“ zur Mano del Desierto. Ein kleiner Zwischenstopp an einer Raststätte, die man bei uns wohl nicht als solches bezeichnen würde kostete mich noch einmal etwas Zeit, dafür war ich satt und hatte noch ein paar Kleinigkeiten nachgekauft. Die Wüstenhand war nun nicht mehr weit und ich war natürlich nicht der einzige, der ein Foto von sich und mit der Hand haben wollte. Helfenderweise war zufällig Richard Knott aus Brasilien mit seinem Motorrad zur Stelle und schoß für mich meine Fotos. Scheinbar gibt es unter Südamerikareisenden und insbesondere Motorradfahrern wichtige Checkpunkte die abgefahren werden müssen, damit man als ordentlich Gereister gilt. 😉
Aber ich wollte ja noch nach San Pedro de Atacama, zumindest ein Stück noch in diese Richtung. Ich hatte mir eine Strecke ausgesucht, die etwas herausfordernder sein sollte, statt die Autobahn über Calama zu nehmen. Also fuhr ich von der Mano del Desierto wieder ein Stückchen zurück und bog rechts ab. Viel mehr zum Abbiegen war ja auch nicht und bekam eine durchlöcherte Asphaltstraße unter die Räder. Trotz allem ging es flott voran und auch diesmal wieder beeindruckende und atemberaubende Wüstenlandschaften. Ich wusste aus meinen Google Maps Kartenrecherchen, dass der Weg mitten durch ein Bergwerk gehen würde und danach die Wegeskonditionen nicht mehr klar waren. Ich erreichte das Bergwerk auch, einfach ein riesiger Tagebau, in dem soweit das Auge sehen konnte alles abgebaut wurde was nicht niet und nagelfest war. Und meine Straße? Das Navi lenkte mich bis mittendrin und auch die Straße war korrekt, da auch ausgeschildert und dann war mir nicht mehr so wohl. Vor mir tat sich ein breiter Tiefsandweg auf, den ich beim besten Willen nicht fahren wollte. Auch nichtmehr probieren, da es schon reichlich spät war. Eigentlich wäre ich gern bis hinter das Bergwerk gekommen und hätte dann das Zelt genommen aber das war illusorisch. Ich fragte noch ein paar Bergleute aber alles andere war Werksgelände und dies der einzige Weg. Und nun… ich drehte um, hatte auf meinen Herweg ein zwei Stellen gesehen, die sich für ein Zelt angeboten hatten und so gab ich meinem Stahlpferd die Sporen und ritt in den Sonnenuntergang. Ein paar alte Mauerreste und Ruinen waren letztendlich mein Nachtlager. Das Zelt stand von ein paar Mäuerchen umringt etwas geschützter und mit gerade Fläche. Ich weiß nicht wer da früher mal drin gewohnt hatte und für was die Gebäuden mal waren. An einer ähnlichen Stelle mit ähnlichen Rouinen hatte ich was um 19hundert gelesen. Der Mond war schon lange da und erhellte so nun auch die Nacht, so daß ich kaum eine Taschenlampe brachte. Trotzdem nahm ich das Stativ raus und versuchte mich mit Sternenfotographie. Hatte ich erwähnt, dass ich beim Einparken mal wieder das Motorrad aufheben musste.
Somit war nächsten Tag auch die Entscheidung getroffen, doch die Autobahn über Calama nach San Pedro zu nehmen. Die Nacht war ganz passabel, da ich lange nicht so hoch war wie an der Lagune Verde. Die Sonne wärmte bei zeiten ins Zelt rein und nach der üblichen Routine war ich unterwegs. Der ganze Weg zurück, bis auf Höhe Antofagasta, tanken und weiter über Calama nach San Pedro. Es war einfach viel Autobahn! Trotz schöner Landschaft, wird es dann doch eintönig. Das war so eine Tempomat Strecke und ich hätte es nie gedacht aber auch am Motorrad mag ich es mittlerweile sehr. In Richtung San Pedro wurde es dann schon wieder spektakulärer. Ich genoß Aussichten auf sich vor mir hoch aufragenden Vulkane und hin und wieder auch ein paar Alpakas am Straßenrand. Kurz vor San Pedro wurde es richtig klasse. Ich kam am Valle de la Luna vorbei, was ich in den nächsten Tagen nochmal genauer in Augenschein nehmen wollte. Ich fand ein kleines Hostal, mit großem Zimmer, eigenem Bad und sicherem Parkplatz fürs Motorrad.
Ich buchte mich für drei Nächte ein, aus denen dann am Ende fünf wurden. San Pedro ist ein richtiger Touristenort. Alles wimmelt voller Touris, die sich in der weiteren Umgebung die Naturschönheiten anschauen wollen. Entsprechend viele Touren-Anbieter, Souveniershops und Restaurants gibt es dort. Auch wenn es recht teuer war aber ich genoß in einem kleinen Garten-Cafe namens Franchuteria ein ganz hervorragendes Buttercroisant, echten Kaffee und ein vegetarisches Baguette mit Ziegenkäse, welches wirklich super lecker war und mich gut sättigte. Ich traf dort eine Engländerin, die von ihrem Laptop aus arbeitet und dabei durch die Welt reist. Ohnehin trifft man die unterschiedlichsten Leute, die alle irgendwie unterwegs sind und sich durchs Leben schlagen. So unter anderem in meinem Hostal, ein Holländisches Paar, das seit zwei einhalb Jahren mit dem Auto unterwegs ist und denen nun das Geld knapp wir. Mit ihnen tausche ich ihre restlichen Peso Boliviano BOB gegen ein paar Peso Chileno CLP. Oder Loic, den ich an einem von den Touranbieter-Büros treffe. Er arbeitet da eben für ein wenig Geld, da seine Kupplung vom Motorrad kaputt ist und er auf eine Neue wartet, was wahrscheinlich noch 10 Tage dauern wir. Er gibt mir gute Tips, unter anderm ein Link zu einer WattsApp-Gruppe wo sich Motorradfahrer austauschen können. Ich hatte ihn gefragt, wie es mit der Lagunen Route aussieht und das ich nach Mitfahrern suche. Er bot mir sogar an etwas Tiefsandfahren zu üben, was sich dann aber doch nicht ergab. Dies war aber so ein bisschen der Grund noch etwas zu verlängern, in der Hoffnung etwas Übung zu bekommen, bzw. noch jemanden zu finden, der den Weg auch fahren würde. Also unternahm ich ein paar kleiner Ausflüge so für mich. Ich glaube es war der Zweite Abend, als ich in einem Restaurant saß und Carlos aus Antofagasta hereinkam. Eigentlich ist er aus Santiago, Rentner und hatte sich etwas Zeit gegönnt, um ein wenig zu reisen. Wir freuten uns und als nächstes bekam ich eine Schirmmütze, die er sich als Souvenir oder vielleicht zum verschenken gekauft hatte selbst geschenkt. Wir verabredeten uns die Tage immer mal wieder und unternahen an unserem letzten Tag nochmal einen Ausflug ins Valle de la Luna. Wir unterhielten uns mehr so schlecht als recht, doch mit dem Onlineübersetzer, solange es eine Verbindung gab ganz gut. Am Abend des letzten Tages gesellte sich noch Gareth dazu, den ich über die WhatsApp-Gruppe kennengelernt hatte. Er war den Weg über Calama gekommen und nicht über die Lagunen Route, doch er gab mir gute Tipps und wusste von einem Isländer der auch gerade in San Pedro sein musste, das diese Strecke mit GS ziemlich bescheiden sei. So fiel meine Entscheidung letztendlich so aus, wieder nach Calama zurück zu fahren und da dann den Abzweig zur Grenze nach Ollaguë und weiter nach Uyuni Bolivien zu nehmen. Wir hatten am nächsten Morgen mit Carlos vereinbart, den Weg nach Calama gemeinsam zu fahren. So trafen wir uns an seinem Auto, was gerade als wir los wollten eingeparkt war. Das der andere Wagen aber offen stand, setzte er sich rein ich schob ihn etwas an und so bekamen wir die Lücke aus der er rausfahren konnte. Die ca. 100km nach Calama waren schnell gemacht. Ich wollte noch einmal tanken, da es ab da bis Uyuni ca 430km ohne Tankstelle sind. Verrückt! Aber Carlos zog an der Tankstelle eine Chilenische Nationalfahne heraus, wir ließen uns damit fotografieren und ich bekam sie als Geschenk!
Da ich mich nicht im Zaum halten konnte und es ab jetzt doch eine ganze Menge Bilder werden, vielleicht noch ein paar Kurzinformationen zu den einzelnen Galerien. Erstmal die Anfahrt nach San Pedro mit einem kurzen Fotostopp am Rand des Valle De La Luna, von dem dann noch viel mehr Bilder folgen und einige Impressionen aus San Pedro selbst. Ach ja, und ich habe mir nach vier Wochen mal eine Rasur verpassen lassen.
Ein anderer Tagesausflug führte mich an den Ojos De Salar, die im übrigen 25m und 35m tief sein sollen, vorbei zur Laguna Tebinqiuiche. Dort gabe auch schon meine ersten Flamingos aber sie waren zu weit weg. Auf dem Rückweg noch an einer Ausgrabung mit Siedlungsresten die Älterwaren als 2500 Jahre vorbei und dann zum Valle De La Luna. Allerdings war ich für den großen Abschnitt, der auch Eintritt kostet etwas spät dran und so fuhr ich zu einem etwas kleineren auch späktakulären Teil. Super schöne Aussichten auf rauhe Landschaft die mir einige Male den Sand ins Gesicht blies. Sanddünensurfer fehlten auch nicht und am Ende gönnte ich mir den Spaß die große Düne herabzulaufen.
Der letzte Tag war dann zusammen mit Carlos die Fahrt durchs Mondtal. Ein einige Kilometer langer Weg mit einigen Stoppunkten für kleine Wanderungen, um die herrlichsten Fels- und Wüstenformationen bestaunen zu können, kostete uns bald über fünf stunden, die aber wie im Fluge vergingen. Ich war mit dem Motorrad dort und Carlos mit Auto, in dem er zum Glück eine Kühlbox mit kaltem Wasser und Cola hatte.
Und da war dann auch schon der Abfahrtstag von meinem Hostal. Meine wieder beladen und Gareths Blaue daneben. Mit einem doch etwas emotionalen Abschied an der Tankstelle in Calama.
Gut Ding will Weile haben. Anbei nun das passende Video zum Blog. Bier, Wein, Pocorn, Chips, alles ist erlaubt. Viel Spaß!























































































































































5 comments
Das ist ja eine traumhafte Landschaft, nicht mit Worten zu beschreiben. Einfach schauen und genießen!
Inzwischen sitzen wir zu dritt regelmäßig vor Raik-TV und freuen uns schon auf den nächsten Film!
Ich muss wirklich lachen, da ich mich darüber sehr freue. Auch über Raik-TV!😁 Das nächste Video ist in Arbeit und kommt gleich…
Danke für das Video (sehr cool), für die nächste Folge stehen schon Montefalco und Walnüsse bereit. Take care!
Walnüsse sind ja genug da. Und der Wein wird ja nur besser, wenn er noch etwas warten muss. Ich arbeite dran. 😉