Von den wunderbaren lila Feldern nahm ich nun nicht mehr die Autobahn. Da gab es noch eine Strecke auf der LKW fuhren und ich dachte ich schaue einfach mal und lass mich noch etwas im Blumenmeer treiben. Mein Navi kannte bis dato die Strecke nicht, fand dann aber plötzlich doch einen Weg, der gezwungenermaßen viel weiter hinten wieder auf die Autobahn führte. Also warum nicht! Der weg war zwar kein Asphalt aber ähnlich zusammengepresste Strecke, die teilweise in Schotter überging. Auch hier konnte ich herrliche Landschaft genießen und hätte sicher auch einen schönen Zeltplatz gefunden. Aber mein Ziel war Copiapo. Bis dahin, ich muss mich entschuldigen, hatte mein Tracker ein paar Aussetzer. Immer wenn ich aus dem Mobilfunkbereich, in den Sateliten abgedeckten Bereich rein kam, funktionierte das updaten der Strecke nicht mehr so richig und es gab nur noch einen langen Strich. Das ist nun behoben! Zum einen hat sich Protegear.de mitlerweile darum gekümmert, bzw. ich habe ganz auf Satelit umgestellt und nun funktioniert die Darstellung recht lückenlos, insofern ich nicht vergesse den Tracker einzuschalten. An dieser Stelle auch herzlichen lieben Dank den Unterstützern auf https://raikaway.com/wo-ist-raik/ !! Weiter auf der Strecke, tat es mir fast leid, wieder auf die Autobahn zu müssen. Aber auch von dort war das Schauspiel der blühenden Wüste immer noch vom Feinsten. Hauchzart, als wenn ein Maler den Pinsel ausgestrichen hätte, krochen die Blümchen die Berge hoch, so als wollten sie diese mit ihrer zarten Umarnung, zumindest eine Zeit lang für sich einnehmen. Ich blieb nur eine Nacht in einem einfachen Hostal und entschied mich nächsten Tag mit einem kleinen Umweg durch die Wüstenlandschaft ans Meer nach Caldera zu fahren. Die sollte der Tag der Umfaller werden. Am peinlichsten schon die ersten Meter vom Parkplatz runter auf die Hauptstraße. Bisschen zu sehr eingeschlagen und schwupp lag sie! Die Señora, die mir das Tor geöffnet hatte stand mit großen Augen da und ein anderer Herr eilte sofort zu Hilfe, wuuste aber auch nicht wo er anpacken sollte. Doch da hatte ich sie schon wieder aufgehoben. Das klingt jetzt easy, war aber mit einiger Anstrengung verbunden!! Raus aus Copiapo und rein in die Sanddünen Wüstenlandschaft! In diesen Dimensionen hatte ich es noch nie gesehen und ich kann es immer noch nicht sagen aber das hat etwas Magisches! Ich nahm ein zwei Abstecher in ein paar Seitenpisten, die ich aber nur ein Stückchen befuhr, da es ohnehin Sackgassen waren aber einfach um einen anderen Blickwinkel auf die Weite zu bekommen. Und da war es aus mit der Magie! Abbiegen auf die Hauptstraße schien an diesem Tag nicht meine Stärke zu sein!! Diesmal sah es zum Glück keiner. Nun wusste ich aber warum so viele gesagt hatten, „nimm was Leichteres“! Sch… Ich blieb nun auf dem Asphalt und bestaunte die Landschaft die dort auch als „Mar de Dunas“ auf Maps zu finden ist. Nur haben diese Dünen scheinbar die Angewohnheit Sand auf den Weg zu werfen und so kam ich zu der Schulungseinheit, welche Fahrmodi Einstellungen ich bei welcher Gelegenheit nutzen sollte. Ich war in „ROAD“ unterwegs und die über die gesamte Straße verteilte Sandfläche tauchte zu schnell vor mir auf, als hätte ich noch schnell auch „ENDURO PRO“ umstellen können. Rein in den Sand, schlingern, geht noch, noch mehr schlingern, es wird schon reichen bis ich durch bin und dann doch nicht! Zum Glück wieder keiner gesehen! Doch, die Kamera war an! Diesmal musste ich unter den Rädern ein bisschen den Sand mit den Händen freischaufeln und dann wieder die Beinpresse! Diesmal mit „ENDURO PRO“ Mode raus aus dem Sand und im selben Modus wieder in die richtige Richtung und plötzlich war es fast ganz easy! Ein Kleintransporter ballerte durch bevor ich in die richtige Richtung umkehrte und schlingerte gefährlich und die Jungs da drin feierten nur… Da ja bekanntlich alle guten Dinge drei sind, wars es das für diesen Tag und zumindest bis jetzt mit dieser Art von Beinarbeit! Der restliche Weg nach Caldera verlief, was das anging reibungslos und ich genoß wunderbare Landschaft. In Caldera gönnte ich mir etwas Zeit, um zu Überlegen was als nächstes kommen sollte.
Ich war am Überlegen, ob gleich in den Norden oder was mich ja reizte zur Laguna Verde kurz vor der Argentinischen Grenze fahre und wenn dort hin, wieder auf selben Weg zurück oder doch eher eine Runde fahren. So oder so würde es mit dem Sprit eine Tankfüllung kosten. Ich entschied mich für die Laguna. Das bedeutet aber auch, daß erste Mal das Zelt zu benutzen und entsprechend wenigsten etwas Proviant dabei zu haben und den Tank und Kanister sowie die Kocherflasche zu füllen. Zu meinen 30 Litern im Tank noch ca. 3,5 L als Reserve für Dummheiten.
Auch auf dieser Strecke konnte ich mich nicht von der Natur losreißen, machte zu viele Pausen und es wurde höher, windiger und kälter. Noch weit vor der Lagune gab es einen Zollposten an einem Salzsee, doch die winkten mich nur durch, nachdem ich ihnen gesagt hatte, dass ich nur zur Laguna Verde möchte. Es ging weiter nach hoch, bis ich dann über eine Hochebene von teilweise über 4600m fuhr. Mit kräftigem Seitenwind und Temperaturen, die an der höchsten Stelle auf ein blaues -2 in meiner Anzeige sanken war es so was ähnliches wie staunen und aushalten. Die Wolken, die ich vor mir hertrieb, schienen sich zumindest zu verziehen und in meinem Rücken war ein blaues Band zu erkennen. Aus ohnehin schon sensationeller Landschaft tauchte die Laguna Verde auf. Es war anders spektakulär! Windgepeitschte Wellen, ein eisiger Wind und irgendwie unwirtlich. Da wo es Sinn machte standen schon ein paar Zelte. Ich suchte mir eine etwas windgeschütztere Stelle und mühte mich das Zelt aufgestellt zu bekommen. Heringe in den Boden zu bekommen war ein Graus! Aber irgendwie schaffte ich es mir mein Lager für die Nacht fertig zu machen. Mir war flau im Bach und ich hatte keinen Appetit! Bisschen was trinken ja aber essen? Ich schiebe es auf die Höhe, die mir zusetzte. Ich wurde zwar noch belohnt mit einem unglaublichen Licht, dass die Abendsonne durch das nachgerückte blaue Band scheinen ließ und alles rundherum in ein unglaubliches Licht tauchte. Ich musste noch nicht einmal mit der Kamera faken. Doch die Nacht war eine Katastrophe! Oben rum war ich ganz gut eingepackt aber die Füße bekam ich nicht warm, ums verrecken nicht! Ich hatte bisschen Kopf, der mehr wurde! Und ich weiß nicht ob es ein sich stetig im Kreis drehender Traum war oder nur die Kopfmaschine aber es drehte sich immer nur um drei Dinge dabei und ich bekam es nicht durchbrochen. Aber irgendwann gehen auch solche Nächte vorbei und die ersten Sonnenstrahlen vielen auf das Zelt und schlagartig wurde es mollig warm. Ich hätte ja nicht viel davon in der Nacht gebraucht, nur so ein bisschen auf die Füße hätte gereicht. Das war nun schon fast verschwenderisch! Mit der Sonne und diesmal eher kaum Wind ging es ganz gut auszuhalten, obwohl es trotzdem hier auf 4300m nur +1°C hatte. Auch mit Frühstück war bei mir nicht viel, nach wie vor kein Appetit. Dafür erstrahlte die Laguna nun in vollen Glanz. An einem von der Zeit eingeholten Rind vorbei, gab es tatsächlich so was wie ein Toilettenhäuschen mit Außenboarder, was mich ganz an Schweden erinnerte und so konnte ich beim Sch…önen Wetter die Aussicht aufs Wasser genießen. Zelt abbauen und fahren waren tatsächlich nicht ganz so dramatisch, wie ich es für die Höhe erwartet hatte.
Der Rückweg war kalt und sonnig aber mit der Sonne aushaltbar. Ich machte ein die üblichen zu vielen Stopps, unter anderem doch ein Stückchen tiefer an einem Bächlein, wo es auch so etwas wie einen grünen Streifen gab und aß tatsächlich etwas Brot mit Käse und Schinken, ein paar Oliven und einer Mandarine dazu. Ich hätte nicht gedacht, dass essen anstrengend sein kann!
Wieder an der Zollstation vorbei bog ich diesmal ab und genoss etwas später am Straßenrand in der Wüste sitzend deren Weite. Mein Navi hatte mir, oh Wunder eine Neben“straße“ angeboten. Laut Karte wars eine Abkürzung, von der Zeit her nicht. Ich musste mich überwinden in die Schotterpiste einzubiegen, da ich nicht wusste was auf mich zukommt. Es war kein loser Sand aber ich wusste auch nicht wie sich die Strecke entwickeln würde. Also immer ein bisschen weiter und weiter und dann wurde aus Schotter wieder etwas festeres und am Ende tauchte ich in eine faszinierend tief runter gehende Schlucht auf fast schon glatter Straße ab. Es lohnt sich durchaus, ab und zu mal auf Abwege zu gehen! Ich kam wieder auf die „große“ Straße drauf um landete im Retortenstädtchen El Salvador. Einer Stadt, die wahrscheinlich nur wegen des Bergbaus existiert und wo ganze Berge abgebaut werden. Ich gönnte mir drei Nächte auf ca. 2600m, wo ich dann auch den letzten Bericht und Film fertig machen konnte. Am zweiten Tag vor Ort wagte ich es zur Post zu gehen und zu fragen was ein Paket nach Deutschland kostet. Viiieeel zu teuer! Am Nachmittag ging ich noch einmal hin und kaufte mir den größten Karton den sie hatten, stopfte ihn voll, mit allem, was ich für nicht nötig hielt, nicht wegwerfen und nicht verschenken wollte. Volumen von 40x30x20 cm und ca. 6kg brachte ich zur Post. Ich glaube ich bescherte der Lady am Schalter ein Erlebnis, von dem sie sicher zu Hause noch eine Weile erzählen kann! Aber sie war so super nett!! Zum Glück waren keine Leute da! Denn, mal so schnell verschickst du nichts nach Deutschland! Ich hatte den Karton wunderbar zugeklebt aber sie kam dann mit dem Argument, da gäbe es ja vielleicht noch den Zoll… Ja, dass leuchtete mir natürlich auch ein und so wollte sie nun wissen was drin ist und was es ca. für einen Wert hat. Ich bekam es aus dem Kopf nur rudimentär hin, obwohl ich es gerade eben erst noch zusammengepackt hatte. Also öffnete sie kurzerhand das Paket und wir gingen die Sachen durch und sie tippte alles in den Rechner. Die gebrauchte Unterhose war nicht dabei aber viel fehlte nicht. Und eigentlich war es ganz lustig. Sie verstand mich mehr als ich sie und nach wahrscheinlich etwas mehr als einer Stunde war das Paket abgegeben. Und ich fühlte ich mich nun leichter? Etwas. Zumindest war packen einfacher und ich hatte Luft mir die ein oder andere Flasche Wasser mehr einzupacken.
Ich ließ El Salvador hinter mir und bewegte mich nach Chañaral, wobei ich trotz herrlichem weißen Strand irgendwie kein Bedürfnis verspürte dort zu bleiben. Taltal war mein nächster Favorite aber das hatte booking.com schon gesagt, dass es da trotz vieler Möglichkeiten nichts freies gab. Ich fuhr trotzdem entlang der Küste und wurde mit „Pan de Azucar“ und dem dazugehörigen Nationalpark viel mehr belohnt. Ich übersetzte mir das mit gezuckertem Brot, bzw. heißt Zuckerhut und so erschien es mir auch eher wie gesteußelt. Alles war durchzogen von Steinen, Brocken und Felsen, also ob diese jemand gestreut hätte. Ich genoß das Bild, den Sonnenschein und den Pazifik direkt vor meinen Füßen! Ich kam eigentlich nur bis zu Nationalparksverwaltung, wo mir Ruerto erklärte, was ich hier alles ansehen sollte und das doch der Campingplatz etwas schräg unterhalb doch auch etwas wäre. Also blieb ich dort. Sehr rudimentär! Aber an einem schönen Strand mit einem Plätzchen fürs Zelt, was durch eine Mauer geschützt ist. Mal davon abgesehen, dass ich meinen Benzinkocher seit Ewigkeiten nicht in der Hand hatte, wurde es dann doch ein ein warmes Essen. Der nächste Morgen war feucht. Nicht wirklich kalt aber aber das Zelt war außen naß, was ich aber gar nicht so schlecht fand. Von der Laguna Verde hatte ich ohnehin eine feine Staub-Salz-Schicht drauf, dich ich zumindest so etwas abwaschen konnte.
Es braucht nur ein paar Kilometer in die Berge und die Sonne ist da. So fuhr ich bis Taltal, wo sich dann bestätigte, dass es kaum irgend eine freie Pension, Hostel oder Hotel gab. Und da ich etwas auf mein Budget achten wollte entschloß ich mich nach Antofagasta zu fahren. Fast genau auf halber Strecke liegt das James Bond Observatorium Paranal. Besuchen geht nur Samstags aber den Abstechen musste ich machen. Nur das Hotel war nicht wirklich einzusehen. Ich überlege nun, ob ich Samstag nicht doch noch einmal die 120km auf mich nehme und wie es danach weitergeht. Es sieht ganz nach San Pedro De Atacama aus.
…und da kommt auch schon das Video, diesmal mit Überlänge… 😉







































































































5 comments
Wow! Das liest sich schon mal sehr gut – und die Bilder … absolut schön!
Drücke dir weiterhin die Daumen!
Vielen lieben Dank!! Du hast mir ja auch sehr geholfen, meinen Auftritt hier wesentlich zu verbessern!! Da macht das dann auch Freude!! 😉
Hola, gut, dass der Sand keine schlimmeren Spuren hinterlassen hat… take care – und wenn du warme Socken brauchst, sag Bescheid! ;)) Die Bilder sind wieder fantastisch und die Essensberichte interessant, vor allem, wer da noch so alles gerne Fisch futtert…
Lieber Raik- habe deine Seite gefunden- super Fotos und tolle Berichte- weiterhin viel Spaß und toi toi bei deinem Abenteuer 😎
Hallo Dominique, das freut mich sehr und vielen Dank! Und herzliche Grüße aus Uyuni Bolivien