Ich hatte die Fähre von Porvenier nicht bekommen und nehme wieder den langen Bogen nach Punta Arenas. Diesmal finde ich ein Hostal auf der anderen Seite vom Zentrum. Carmen gibt mir ein kleines Zimmer mit Gemeinschaftsbad, da ich aber scheinbar alleine hier bin, beziehungsweise andere ihr Bad im Zimmer haben ist das ganz in Ordnung so. Carmen ist Rentnerin, ganz nett und gesprächig und gibt mir ein paar gute Tips, was ich hier in Punta Arenas noch so anstellen kann! Zudem hat das Motorrad quer über die Straße einen guten Stellplatz in ihrem Garten. Scheinbar ist der Friedhof hier eine ganz interessante Atraktion, den ich mir anschauen will. Ein weiterer wichtiger Punkt ist, ich brauche Wanderschuhe! Meine guten Hanwags hatten in Ushuaia zwar soweit durchgehalten an der Laguna Esmeralda und hoch zum Gletscher, wofür ich echt dankbar war aber bereits auf dem Rückweg merkte ich, dass es wieder losgeht und sich die Sohlen lösen. Sie hatten auch echt was mitmachen müssen aber eine weitere ähnliche Tour würden sie nicht schaffen! Und ein drittes Mal kleben…??? Nein, irgend wann wüden sie sich unterwegs lösen und das wäre eine Katastrophe! Nach Hause schicken, dann einschicken und reparieren lassen, da kann ich auch Neue kaufen. Schweren Herzens hatte ich sie als in Ushuaia im B&B gelassen, die beiden wollten sie eventuell einfach rausstellen, so dass sie sich noch jemand mitnehmen kann. Sie hatten mir auch empholen, neue Schuhe in Chile zu kaufen, da Argentinien doch teurer sei! Nun also hier in Punta Arenas. Carmen erzählt mir, dass es am anderen Ende der Stadt die Zona Franca gibt, eine Zollfrei-Area, wo ich wahrscheinlich günstig bei Balfer einem großen Outdoorladen, fündig werden könnte. Ich verbinde beides und gehe zu erst über den Friedhof. Schon wirklich interessant zu sehen, wie viele Nationen und bekannte Leute hier bestattet sind und all die Varianten, von Gräbern, bis riesige Gruften ist alles vertreten. Die Zona Franca ist weiter draußen und gleicht mehr einem Industriegebiet mit vielen großen und kleinen Geschäften. In dem recht großen Balfer haben sie meine Größe nicht. Zu Hause haben sie sie oft nicht weil jeder die hat, hier scheint es etwas groß ztu sein. Na gut, ich suche weiter und werde letztendlich in einem wesentlich kleineren Geschäft fündig. Die Schuhe sind nicht ganz meine Vorstellung aber sie scheinen ganz gut zu passen und werden hoffentlich ihren Zweck erfüllen. Allerdings ahne ich, wo es Probleme geben könnte. Der Preis, von ca. 80,- heute im Angebot für rund 40,- EUR, ich werde sehen wie gut sie sind.
Ein weiterer Tag geht mal wieder für die Arbeit am Rechner drauf und ich hätte ja mal noch die Austral Brauerei besuchen können aber das habe ich nicht so sehr auf dem Schirm. Im Prinzip reicht es auch, wenn ich die Sorten so probiere. Außerdem war Punta Arenas ja nur Zwischenstopp, um es nun ein erneutes Mal in Puerto Natales zu probieren. Diesmal sieht die Lage allgemein wesentlich entspannter auf Booking aus und so mache ich mich nach drei Tagen wieder auf den Weg. Ich hätte doch noch in Punta Arenas tanken sollen. Eigentlich sollte es reichen aber ich will einen kleinen Umweg nehemen, der ein Stück der R9 umgeht. Da ich aber entgegengesetzt schon gefahren bin weiß ich, dass es etwas weiter noch einen Tankstopp gibt. Das kostet mich so ca. 7km vom Abzweig bis zur Tankstelle aber für ein wenig Abwechslung nehme ich das in Kauf. Es ist mal wieder nicht der wärmste Tage und so gibts noch ein Muffin und einen Kaffee, bevor ich die 7km zurückfahre und Richtung Rio Verde abbiegen. Ich bereue es nicht. Anfangs ist die Straße noch asphlatiert, geht dann aber wie üblich irgenwann in Schotter über, wenn man etwas abseits unterwegs ist. Ich mache zwar keine Fotos aber es ist tatsächlich eine ganz nette Abwechslung! Der Bogen endet wieder auf der R9 und so geht es den bekannten Weg nach Puerto Natales. Ich habe mir ein Hostal an der großen Zufahrtstraße ausgesucht, an dem ich schon einmal geklingelt hatte aber letztens keiner aufgemacht hat. Diesmal habe ich mehr Glück, das Zimmer mit Bad und der Preis sind in Ordnung und im Hoft steht das Motorrad sicher. Jetzt muss ich mir also Gedanken machen, was ich mit dem Nationalpark Torres del Paine mache! Hotels im Park sind schweineteuer! Und selbst Camping scheint nicht billig zu sein, was ich bisher gelesen habe. Im Ort frage ich bei einer Agentur und Campingplatzanbieter, was ich für Möglichkeiten habe? Scheinbar ist es tatsächlich so. Ich könnte mir bei ihnen Ein Zelt mieten, mit Isomatte und würde dann so etwas mehr als 200,- EUR bezahlen. Das eigene Zelt zu benutzen geht scheinbar nicht. Irgendwie komisch aber das erklärt, warum viele die Touren in den Park mit Bussen von Puerto Natales aus machen. Um den Torres von nahen zu sehen, wird mir also nicht so viel mehr übrig bleiben. Die erste Tour mache ich aber selber mit dem Motorrad, zur Cueva des Milodon, die cirka 20km von Puerto Natales weg liegt. Das befindet sich auch der Cerro Benitez, der mir im ersten Hotel empfohlen wurde. Also mache ich mich mit unbeladenem Motorrad und in Wanderklamotten nach dem Frühstück auf den weg zur Cueva del Milodón. Das wird also auch der Tag für die erste Bewährungsprobe der neuen Schuhe! In der Höhle hatte man Knochen vom Milodón gefunden, einem Riesenfaultier, wobei ich die Höhle durchaus in ihren Dimensionen beeindruckender finde. Ich frage noch beim Eingang, ob es einen Weg auf den Cerro Benitez gibt aber sie meinen, das geht nur außen rum, die Straße zurück fahren bis zur Hauptstraße und dann weiter oben wieder einbiegen bis zu den Wanderwegen. Ich gehe nach der Höhle noch bis zum Aussichtspunkt und checke die Umgebung aber es gibt einen Zaun und der Weg ist auch nicht ganz klar. Auch MapsMe hat da eine Lücke.
Allerdings zeigt MapsMe etwas unterhalb weitere Wanderwege an, die mich zum Felsen bringen sollten. Ich folge den gestrichelten Linien, finde mich aber ganz schnell auf privatem Grund wieder, wo auch gleich ein junger Mann auf mich zukommt und mich aufklärt. Es ist tatsächlich privat aber sie haben einen Rundwanderweg angelegt dem ich folgen kann, mit schönen Aussichten und Erklärungen zur Geologie, Pflanzen und Tieren für ca. 10,- EUR. Also gut, ich bezahle und mache mich auf den Weg. Sie haben ihn tatsächlich ganz nett angelegt und auch die Info-tafeln sind durchaus interessant! Ich habe mal wieder Glück mit dem Wetter und so genieße ich gemütlich den Weg. Aber mein eigentliches Ziel ist es noch nicht. Zumindest gelange ich aber an den Aussichtspunkt auf die Laguna Sofia. Ein paar Andere sind schon dort und genießen die Aussicht. Eine hervorragende Gelegenheit eine Snackpaucse zu machen. Alledings wird die Pause plötzlich gestört! Aber ganz positiv gestört! Ein Condor kommt vorbeigeschwebt und setzt sich ganz dicht bei uns in eine kleine Felsenhöhle. Ich pflanze mein anderes Bajonett auf die Kamera, um näher heranzukommen. Wow, sehr beeindruckend sie so Nahe zu sehen! Und dann kommt auch noch er und setzt sich dazu! Was für ein Glückstreffer ein Condorpaar so nahe zu erleben. Leider bleiben sie nicht all zu lange und erheben sich wieder in die Lüfte, nach oben zum Cerro Benitez. Den kann ich von hier schön sehen, auch das Leute dort oben sind und dort noch mehr Condore kreisen. Das ist mein eigentliches Ziel, von der Steilwand dort die Aussicht ins Land drum herum zu genießen! Kurze Zeit später bin ich alleine am Aussichtspunkt und schiele immernoch nach oben. Mich trennt etwas unterhalb von meinem Punkt der Zaun des Privatgrundstücks!
Ich denke ich muss mir das mal von nahem ansehen! Das Zäunchen ist zum Glück nicht hoch und bei meiner Schrittlänge kann ich auch so ganz einfach drüber steigen. Ich freue mich etwas schelmisch und dass ich nun doch auf den Benitez gehe auch wenn es jetzt noch einen schicken steilen Anstieg von ungefähr 30-40 Minuten gibt! Es ist tatsächlich anstrengend und ich schnaufe ganz ordentlich und ich merke meine rechte Ferse! Das war was ich befürchtet hatte! Ich habe schon immer das Problem das es da gerne drückt und gerade nun beim Aufwärtsgehen bekomme ich da ordentlich Druck. Es ist keine Blase die ich mir reibe, einfach nur Druck der unangenehm wird. Doch gleich habe ich es geschafft und der Schmerz ist vergessen! Was für eine irre schöne Aussicht hier oben und die Steilwand herunter auf den Lago Sofia! Ich packe die Drohne aus und lasse sie von mir wegfliegen, um die Dimension der Steilwand und die Landschaft drum herum zu filmen. Aber als wenn ich sie damit gerufen hätte tauchen plötzlich Condore auf. Nun bekomme ich widerum etwas Panik die Drohne wieder zu landen, ohne einen Unfall anzustellen. Es funktioniert aber ich vergesse dabei zu filmen. Aber macht nichts, jetzt die Kamera mit dem Tele und ich fotografiere wie wild, in der Hoffnung, wenigsten ein paar Condore gut zu erwischen! Was für ein Schauspiel! Wie krass sie so nahe an mir vorbeifliegen zu sehen! Ich war ja unten mit dem Pärchen schon beeindruckt aber das ist wirklich ein irres Erlebnis! Und wie groß sie sind! Dazu ihre Fluggeräusche, als wenn tatsächlich ein Flugzeug drüber weg geht. Ich bin hin und weg und etwas neidisch auf den Typen neben mir, der mit einer viel größeren Wumme draufhält! Der hat sicher geile Fotos!! Von ihm erfahre ich auch, daß die kleine Höhle von vorhin, das Nest von dem Paar war. Ein junger Condor will sich nur wenige Meter vor mir auf die Felskante setzen, merkt es aber und startet wieder durch. Aber da kann ich tatsächlich seine Größe etwas abschätzen. Sie werden bis ca. 120cm groß mit Spannweiten bis zu 320cm! Das glaube ich nun gerne…! Die Männer sind übrigens die mit mehr Gehänge…, am Kopf!
Was für ein Erlebnis! Aber nach fast anderthalb Stunden da oben trete ich den Rückweg an. Ich muß den Cerro Benitez ja wieder runter, über den Zaun und den Rest meiner Runde zu Ende gehen. Zwei Jungs die mir entgegenkommen fragen, wie weit es noch ist. Ich habe den Eindruck sie wollen kurz vor dem Top wieder umkehren. Ich erzähle ihnen, das es nicht mehr weit ist und wie herrlich die Condore dort geflogen sind! Ich habe immer noch ein Stück zu laufen und komme noch an einer Höhle vorbei in die ich hineinkrieche und anderen Felsen mit Malereien die schon tausende Jahre alt sind. Den Puma sehe ich mal wieder nicht aber das ist heute nicht schlimm! Ich hatte das Symbol der Freiheit heute live gesehen und das war sensationell! Der kleine Milodonpark hat noch andere kleiner Höhlen die ich hätte besuchen können aber dafür ist es nun zu spät! Es könnte heute sowieso nichts mehr die Condore toppen. Also auf nach Hause, warm duschen und in der Stadt schauen wo ich mich stärken kann!
Die Schuhe haben durchgehalten, die Ferse hat sonst weiter nichts abbekommen und ich kann mir nun Gedanken machen, wie ich am besten in den Nalationalpark Torres del Paine komme. Das „O“, also einmal um den Torres oder das „W“, in verschiedene Täler rein will ich nicht laufen. Mir würde es reichen einmal zum Aussichtspunkt und wieder zurück. Die einfachste Variante ist morgens um 07:00 Uhr mit dem Bus die zwei Stunden in den Nationalpark zu fahren und Abends wieder zurück. Der nächste Tag steht aber ersteinmal im Zeichen der Erholung, beziehungsweise der Arbeit am Rechner und ein bisschen Stadt erkunden. Lustiger weise bring mir auch eine Hostalwechsel meine Rechnung etwas durcheinander. Don Pedro hatte mir zwar die Nächte zugesagt aber erst als ich schon einverstanden war erzählt, dass er an einem Tag ausgebucht ist und er mich bei einem Freund unterbringt. Im Prinzip mein geplanter Arbeitstag. Ok, dass ist jetzt nicht so wild aber trotzdem etwas eigenartig. Wirklich schlimm ist es nicht. Den Großteil meiner Sachen lasse ich bei ihm und mit dem Nötigsten ziehe ich für einen Tag direkt in die Stadt. Ich schnappe mir meinen Rechner und hocke mich in ein ganz nettes Café und schreibe dort meine Geschichten. Tags drauf bin ich zurück aber die Umzieherrei kostet mich im Prinzip zwei Tage. Gut, ich schaue mir etwas Puerto Natales an und habe Zeit zu schreiben. Doch der nächste Tag soll gut werden und so gehe ich zum Busbahnhof, der nur zwei Blocks weiter liegt und kaufe mir letztendlich ein Ticket für nächsten Tag ganz zeitig.
Zeitig aufstehen ist ja nunmal gar nicht so mein Ding aber die über hundert Kilometer in den Park mit dem Motorrad in Wanderklamotten zu fahren wäre mir zu kalt und anstrengend. Gerade auf den Rückweg hätte ich da keinen Bock, daher der Bus. Somit kann ich noch etwas vor mich hindösen, so wie alle anderen hier auch! Am Parkeingang kaufe ich mir meine Eintrittskarte, steige auf den „internen“ Bus um, der auch nochmal kostet und mich und die vielen Anderen zum Welcome Center bringt, von wo letztendlich die Wanderung los geht. Aber erst einmal ein Muffin und einen Kaffee! Jetzt kann es an die 10km Aufstieg gehen! Der Wettergott ist mir hold, die Temperaturen stimmen, Sonne gibt es auch und so reihe ich mich in die Schlange derer, die alle zum Base Camp wollen ein. Es lässt sich gut laufen und der Bilck rund herum gefällt! Ein bisschen habe ich ein Fitz Roy Déjàvu! Aber das lässt sich heutzutage wohl nicht mehr ändern. Zwischendrin komme ich an einem „Zeltplatz“ vorbei. Letztendlich sind es sowas wie Autodachzelte die im Wald an den Hang gestellt sind, mit einem festen Haus für Sanitäranlagen und einem Restaurant. Aber über 200,- EUR die Nacht dafür finde ich weit zu viel! Trotzdem scheint es doch einige zu geben, die diese Möglichkeit nutzen! Ich muss mit meinem Chef reden, ich verdiene eindeutig zu wenig! Ich ziehe mit der Masse weiter, bestaune die Landschaft um mich herum, bis es zum finalen Aufstieg geht, der natürlich wieder etwas steiler und steiniger ist! Das wäre gar nicht so sehr das Problem aber es bewegen sich halt zwei Schlangen an einander vorbei und das bringt den Aufstieg immer mal wieder ins Stocken. Nichts desto trotz ist es bald geschafft und ähnlich wie am Fitz eröffnet sich das Panorama auf den Torres del Paine mit seinen umgebenden Felsen und dem See davor. Und irgend jemand hat auch hier einen Felsen am Rand des Sees hingelegt, damit die Touris sich auch hier anstellen können, um dort drauf zusteigen und Fotos von sich zu machen! Herrlich! Und dann wundere ich mich noch, warum alle den Chilenischen ein Peso Schein aus der Tasche ziehen und damit ein Foto machen. Also ziehe ich ihn selber und stelle fest, das der Torres del Paine darauf abgebildet ist! Das Foto damit mache ich nicht. Aber genießen tue ich den Anblick schon und mal wieder glüht der Fotoapparat. Trotzdem muss ich sagen, die Stimmung am Fitz fand ich besser. Vielleicht liegt es am Einfall des Sonnenlichts oder ich hatte etwas noch viel Spektakuläreres erwartet. Aber grandios ist es schon! Ich fotografiere in die Felsen hinein, suche mir Details, Condore fliegen auch wieder weit oben und es mach Spaß die Leute zu beobachten. Ich genieße die Zeit!
Allerdings muss ich heute ein wenig auf diese achten, denn den Bus will ich schon noch bekommen und die 10km zurück muss ich ja auch noch gehen. Ich bekomme tatsächlich den letzten Shuttle-Bus, der mich wieder zum Parkeingang bringt, wo mich dann um 20:00 der nächste Bus zurück in die Stadt fährt!
Original:
Kaleidoskop:
Tags drauf reise ich ab. Die Tour steckt noch etwas in den Oberschenkeln und der Wetterbericht sag so lala aber das Zimmer verlängern ging nicht mehr. Ich hatte mitbekommen, dass das Ticket vom Park drei Tage Gültigkeit hat und so will ich je nachdem, wie sich das Wetter nun entwickelt einmal von der anderen Seite aus durch den Park fahren oder vielleicht sogar eine Nacht drin verbringen. Ich begebe mich in die Spur, die mich am Milodon vorbei an den anderen Parkeingang führt. Ich darf mit meinem Ticket passieren und erfreue mich am herrlichen Anblick der Felsenformationen von der anderen Seite. Mir kommt es heute fast viel schöner vor, obwohl ich den Torres selber fast nicht sehe. Mein erstes Ziel im Park ist eine kleine fast Insel auf die man Laufen kann und von der aus man auf den weit dahinter liegenden Gletscher schauen kann. Ich lasse das Motorrad auf dem Parkplatz bei vielen anderen Ausflüglerautos und stiefle in voller Montur los. Das Wetter hat etwas aufgeklart und so mache ich mir vorerst keine Sorgen, dass es nass werden könnte. Über eine Art Strandstreifen stapfe ich zum Inselchen und dort vor bis zum Aussichtspunkt. Ok, ich kann den Gletscher sehen aber er ist wirklich noch weit weg!! Macht aber nichts! Die Sonne tut gut und macht warm und ich habe Zeit und kein sehr weites Ziel. Zumindest würde ich nur bis hinter den Park fahren und dort in dem kleinen Ort ein Bett für eine Nacht finden, sagt zumindest Google-Maps. Ich laufe zurück und mache Mittagspause im Restauran was direkat am Parkplatz liegt und überlege, wie ich nun weiterfahre. Der Tag ist nun doch schon etwas fortgeschritten aber vielleicht taugt ja der Campingplatz an dem ich einige Kilometer weiter vorbeikommen werde. Oder es ist auch wieder so etwas wie ich bereits gesehen habe, mit überteuerten Preisen.
Original:
Kaleidoskop:
Der Weg ist gar nicht mehr so lang aber ich genieße das gemütliche Fahren und mache noch einige Fotostops, bis ich an den Campingplatz komme. Der sieht tatsächlich ganz normal aus!! Ich halte an und frage und für mein Zelt wollen sie ca. 20,- EUR haben. Ich bleibe eine Nacht, verstehe aber nicht, daß ich kaum Informationen gefunden habe, daß der Platz tatsächlich nicht so teuer ist und genügend Platz hat. Das Zelt ist bald aufgebaut und so schaue ich ins Restaurant und kaufe mir da ein kleines Bier. Das allerdings ist dann doch teuer! 8,- EUR für eine 0,33l Flasche! Aber das eine gönne ich mir und gehe etwas weiter vorn auf einen kleinen Aussichtspunkt mit Bänkchen und herrlichstem Blick über einen See auf das rückseitige Torre-Massiv. Ich erwische eine wunderbare Abendstimmung und hocke eine ganze Weile dort, bis ich mich zurück ins Restaurant begebe, um etwas zu essen. Auch das Essen ist teuer, einfach aber soweit ok. Ich hole mir meine Tüte Chips, die ich irgend wann aus Lust gekauft hatte und nun schon eine Weile mit mir rumfahre und gehe zurück auf das Bänkchen und lasse beim Anblick des vor mir liegenden Massivs die Chips knacken. Der tiefe Taleinschnitt ist also der mittlere Zacken vom „W“ den man laufen könnte. Ich erkenne Gesichter in den Felsen und habe mir bald drei Piraten rausgeschaut, die nun ständig zu mir zurück blicken. Oben scheint der Wind ganz gut zu gehen, so wie die linsenförmigen Wolken aussehen aber das stört den Condor der da kreist nicht. So langsam tauchen die ersten Sterne auf und die Sonne erleuchte nur noch ein paar Bergkanten und -spitzen in einem leichten Rot. Heute sollen alle Planeten in einer Linie zu sehen sein aber meine App sagt, dass die meisten noch unterm Horizont versteckt sind und außerdem ziehen aus der Richtung ein paar Wolken auf. Als es mir zu frisch wird gehe ich dann doch zurück und verkrieche mich in mein Zelt.
Original:
Kaleidoskop:
Ich mache ein leichtes Frühstück, mit Banane, Avocado, ein paar Nüssen und einem Powerriegel und baue mein Zelt ab, packe zusammen und mache mich weiter auf den Weg. Aber nur wenig weiter gibt es noch einen Aussichtspunkt, der zwar ca. eine Stunde vom Parkplatz weg liegt aber noch einmal viel Näher an den Bergen dran ist. Ich entscheide mich auch hier wieder in voller Montur und gerüstet mit zwei Kameras, zusammen mit den üblichen Verdächtigen dorthin zu laufen. Gleich am Anfang gibt es noch einen ganz netten Wasserfall und nach tatsächlich fast eine Stunde bin ich hinten. Heute ist es etwas wolkiger aber wie üblich holen alle ihre Snacks raus, machen Pause und genießen den See und die Berge davor. Ich komme mit einem New Yorker etwas intensiever ins Gespräch. Er ist auf einem Mehrtages-Trip und hat sich den vorschlagen und die Planung von seiner KI erstellen lassen. Verrückt! Viel mehr wird heute also nicht passieren. Ich werde heute dann doch wieder die Seiten wechseln und einfach mal schauen wie weit ich komme. Aber auf einmal bleiben einige stehen und fotografieren auf den Weg. Als ich dazu komme sehe ich warum! Ganz seelenruhig spaziert ein Armadillo zwischen den Leuten hin und her und lässt sich bei seine Suche nach Käfern und Würmern nicht stören. Mal nicht so ein Feigling wie der Letzte, der gleich weggelaufen ist! Ich verlasse den Park, da wo ich vor zwei Tagen schon einmal mit dem Bus reingekommen bin. Im Grenzdorf Cerro Castillo, in dem großen Souvenierladen und Restaurant mache ich stopp, esse und trinke eine Kleinigkeit. und gehe gleich um die Ecke zum Zoll, meine Papiere abgeben, um ein paar Kilometer weiter von den Argentiniern neue Dokumente ausgestellt zu bekommen. Ein paar Füchse schleichen herum und hoffen wohl auf einen Leckerbissen. Aber meine Kekse und Riegel täten ihnen wahrscheinlich nicht so gut. Ich bin einmal mehr in Esperanza, tanke und und mache mich auf den Weg zum heutigen Ziel El Calafate. Und dann wird es dunkel am Horizont!

















































































































































































































































































































































































