Puerto Natales ist noch nicht bereit für mich! Aber langsam… . Ersteinmmal verlasse ich El Calafate an einem windigen aber sonnigen Tag. Die Straße führt etwas aufwärts! Der Blick in die karge Ebene unterhalb, zurück auf den Lago Argentino und den schmalen Streifen dauerhaft Eis bedeckter Berge im Hintergrund ist fantastisch! Bevor ich mich nun also auf weitere ewig lange Straßen in kaum abwechslungsreicher super windiger Landschaft einlasse gibt es ein paar Fotos, etwas Film und…, ich klebe meinen ersten Aufkleber auf die Leitplanke zu den vielen anderen, die sich dort schon verewigt haben. Zwischenstopp auf der R40 ist Esperanza – Hoffnung! Das Wichtigste hier ist wahrscheinlich die Tankstelle und ein paar Übernachtungsmöglichkeiten, sowie ein zwei Möglichkeiten etwas zu essen. Tanken, Aufkleber da lassen, etwas ssen und trinken und weiter. Was sich auf dem ersten Abschnitt so ein bisschen wie leichter Seitenwind von hinten anfühlte, wird ab der Abbiegung in Esperanza eher Seitenwind von vorne. Nun, der Spritverbrach erhöht sich entsprechend und das schräge Fahren ist nicht so wild. Spannender sind die LKW’s oder Busse, die ich überhohle, die für den kurzen Moment des Überholens Windschatten spenden, um danach gleich wieder volle Breitseite zu bekommen. Das macht es dann doch etwas tricky! Ich nähere mich Rio Turbio, ganz offensichtlich einer kleinen Bergbaustadt kurz vor der Grenze, wo ich natürlich den günstigeren Argentinischen Sprit noch einmal mitnehme. Der Grenzübertritt ist schnell erledigt und Puerto Natales nicht mehr weit.
Puerto Natales ist noch nicht bereit für mich! Nja, ich hatte vorher schon in allen möglichen Portalen gesehen, dass es nicht so einfach sein wird eine Unterkunft für ein paar Tage zu bekommen. Ich klappere einige Hostals ab und selbst beide Campingplätze in der Stadt sind voll. Also arbeite ich mich Preiskategorien mäßig nach oben und finde ein Hotel, wo ich erstmal für eine Nacht bleiben kann. Tags drauf ist es schon wieder ausgebucht. Eine Deutsche mit ihrer Schweizer Freundin ist gerade von einer Wanderung zurück als ich an der Rezeption stehe und so verabreden wir uns für etwas später, wo ich mir erzählen lasse, was so ganz gute Unternehmungen von hier aus sind. Eine Empfehlung ist der Cerro Benitez bei der Cueva del Milodón von der sie gerade zurück sind und wirklich begeistert waren. Im Restaurant Base Camp finde ich was zu essen und ein gutes Bier und überlege wie ich nun weiter mache. Mein Gedanke ist morgen in den Nationalpark zu fahren, dort eine Runde zu drehen und mich evtl. noch einmal auf Puerto Natales einzulassen. Gesagt getan! Das Wetter ist sonnig aber frisch und sehr windig! Auf einigen Passagen der ca. 120km bis zumPark drückt der Wind doch ordentlich von der Seite aber die Aussichten auf den Torres del Paine werden immer besser. Letztendlich lande ich am Eingang des Nationalparks und müsste nun ca. 34,- EUR zahlen, damit ich durchfahren kann. Was ich bisher weiß ist, daß sogar das campen super teuer ist. Ein gestelltes Zelt mit ISO-Matte um die 200,- EUR, ganz zu schweigen von den Hotels im Park! Ich lasse es bleiben und entscheide mich radikal um! Anstatt wiederum auf die Suche nach Unterkünften in Puerto Natales zu gehen und mich damit zu quälen werde ich die weitere Strecke nach Süden in Angriff nehmen! Ich will ja schließlich auch noch irgendwann nach Ushuaia bevor es dort kalt wird. Also…, heute noch nach Punta Arenas! Also 120km zurück und nochmal ca. 250km drauf! Was für ein Ritt und wieder nix los uff de Gass! Ein paar Male muss ich schon mit den Augen klimpern und bin letzendlich ganz froh, so ca. mittendrin in Villa Tehuelches eine Kaffeepause zu machen. Bald kommt auch der Abzweig nach Punta Arenas und dann ist es tatsächlich nicht mehr so weit. Mein erstes ausgesuchtes Hostal ist mal wieder belegt, obwohl booking etwas anders gesagt hatte aber ich hatte nur für eine Nacht geschaut. Dafür werde ich im nächsten fündig und bleibe drei Nächte.
So super schön ist Punta Arenas nun auch wieder nicht aber sie hat Historie die Stadt und ich stehe zum ersten Mal an der Magellanstraße, blicke auf das Wasser und stelle mir vor, wie das für die Menschen hier ausgesehen und sich angefühlt haben muss, als das erste Mal ein großes Segelboot hier durchgefahren ist. Spooky, sensationell, Aliens, gigantisch? Noch viel besser, ich finde eine kleine Microbrauerei, mit sehr leckeren Biersorten mit Blick auf die Magellanstraße, wo ich mich mit meinem Laptop ans Schreiben meiner Geschichten machen kann. Somit wird schonmal wieder ein Tag dafür aufgewendet! Ansonsten erkunde ich ein wenig die Stadt und finde ein weiteres Denkmal. Der Bug vom Dampfschiff und eine Statue des Kapitäns, mit dem Shakleton seine verbliebene Crew letztendlich aus dem Eismeer rettete. Eine wirklich irre Geschichte und sehr lesenswert! Daher nehme ich mir am Abreisetag auch vor, in das kleine Open-Air-Museum zu gehen, welches sich weiter vor Ort eher am Rande in einem Industriegebiet befindet. Der Tag ist eher kühl und wie auch sonst, mal wieder windig aber das Museum lohnt sich! Als erstes bewundere ich die Nao Victoria, der originalgetreue Nachbau des Schiffes mit dem Magellan den Seeweg direkt davor durchfahren ist. Nein, das war definitiv kein Luxusliner! Wenn ich mir überlege, an einem Tag wie diesem, der ja noch nichtmal wirklich schlecht ist, damit übers Meer zu cruisen… Ich ziehe meine Mütze etwas weiter über die Ohren und gehe weiter zur Beagle! Damit ist wiederum Darwin durch die südlichen Meere gefahren und hat seine wissenschaftlichen Studien betrieben. Ach ja, und um das nun auch mal zu klären, Kapitän der Beagle war Vice-Admira Robert FitzRoy. Etwas abseits stehen ein paar kleine Segelboote und ich tue mich schwer, diese mir nun auch noch anzuschauen, was sollen die schon zu bieten haben außer, daß es wahrscheinlich ein paar ausrangierte Boote vom örtlichen Segelverein sind! Autsch! Um so überraschter bin ich einen Nachbau der Rettungsboote zu sehen, die Shakleton mit seiner Mannschaft übers Eis ans offene Meer gezogen haben, um sich nach dem Untergang ihres Seglers zu retten. Eines dieser Boote diente für die später gerettete Crew als Unterschlupf und mit dem Anderen schaffte es Shakleton bis zu den Falkland Islands! Oh…, großer Fauxpas! In Argentinien sind das immernoch die Las Islas Malvinas! Aber Mensch, zum ziehen übers Eis zu gr0ß und mit so einem Dingelchen die Falklands zu treffen…, Wahnsinn! Bloß gut, dass ich dort noch rüber gegangen bin! Wieder auf meinen mit Technik vollgestopften Bock geht es in großem Bogen Richtung Nord-Osten zu schmalsten Teil der Magellanstraße um dann von dort endlich nach TDF-Tierra Del Fuego also Feuerland überzusetzen.
Die Überfahrt ist kurz und nun geht es erst einmal auf Asphalt weiter. Flaches leicht welliges Land mit mal wieder viel nichts! Bei Cerro Sombrero meint mein Navi geradeaus fahren wäre besser, als in die Richtung des Ortes abzubiegen. Also wechsele ich mal wieder auf Schotter! Es lässt sich trotzdem gut fahren aber Aspahlt wäre sicher besser gewesen, denn landschftlich macht beides kaum einen Unterschied! Bis auf eines! Die Kugel, die plötzlich mitten auf meinem Weg liegt! Ich steige in die Eisenund bis mein Dampfer steht stehe ich neben der Kugel, die sich ausgerollt hat und aus kleinen Augen anschaut und sich dann trollt. Ich bitte den Armadillo doch stehen zu bleiben und einen Augenblick zu warten, bis ich die Kamera zur Hand habe und laufe ihm noch hinterher bis dorthin wo ich ihn zuletzt gesehen habe aber weg ist er. Wahrscheinlich in eines der Löcher am Straßenrand verschwunden. Schade! Trotzdem mein zweiter Armadillo und diesmal schon um einiges näher! Kurz drauf treffe ich wieder auf die Asphalt Straße und wenig später auch auf den Grenzübergang. Eigentlich hatte ich gedacht dort in San Sebastin bleiben zu können aber irgendwie war mir nicht bewusst, dass dort eigentlich nichts ist! Somit nehme ich nun Rio Grande in Angriff. Rio Grande ist nun auch keine besonders schöne Stadt und für die meisten sicher nur ein Durchgangsort. Daher bleibe ich nur eine Nacht, habe aber in dem Hotel meine eigene Küche und genieße einfach mal selber zu kochen, nebenbei Musikvideos laufen zu lassen und eine Flasche Wein aufzumachen. Der nächste Tag sieht ersteinmal gut aus aber der Wetterbericht hat schon angedeutet, das es weiter unten im Süden wahrscheinlich Regen geben wird. Die Küste entlang sieht das noch alles gut aus aber schon jetzt begleitet mich Wind und eine gewisse Frische! In der Entfernung sehe ich dunkle Wolken und wie bereits der Regen aus ihnen herausfällt. Ich hätte es dem anderen Motorradfahrer, ebenfalls aus Deutschland gleich machen sollen und die Regensachen etwas eher anziehen. So verfalle ich in Panik, daß Zeug nicht schnell genug an zubekommen. Aber so wild wird es erstmal mit dem Regen nicht. Die Jacke sitzt recht eng, das ist eher so das Ding, da hinein zu schlüpfen. Schließlich habe ich alles übergezogen und mir die dünne Kapuze der Jacke tatsächlich auch noch unter dem Helm aufgesetzt. Es drückt zwar etwas leicht aber da kann tatsächlich nichts mehr irgendwo reinlaufen. Ich empfinde die Kaputze, bis auf das Drücken hier und da sogar ganz angenehm! Das faszinierende hier an der Landschaft ist, dass es wieder mehr Bäume gibt, die aber völlig überzogen sind von irgendwelchen Moosen und Flechten. Das gibt den Bäumen eine seltsames aussehen und so auch ganzen Wäldern. Die Wolken verdichten sich und somit wird es doch immer feuchter. Die Handschuhe haben zwar eine Membran aber sie sind auch schon etwas in die Jahre gekommen, so dass sie auch innen irgendwann feucht werden. Das kompensiert allerdings die Griffheizung, die es zumindest nicht kalt werden lässt. Einige Kilometer vor Ushuaia gibt es noch einmal ein paar Berge über die ich muss und das scheint auch der Grund zu sein dass ich nur no 2°C auf der Anzeige sehe, es leicht Schnee griselt und die Bäume in meiner Höhe leicht weiß gepudert sind. Zum Glück bleibt nichts auf der Straße liegen!! Ich fahre in Ushuaia ein und mache natürlich das obligatorische Ortseingangsfoto. Um so schwieriger ist es dann wieder mit den nassen Händen in die Handschuhe zu kommen. In der Stadt selber fahre ich erst einmal eine Tankstelle an, bestelle mir drinnen was zu essen und einen heißen Kaffee. Es ist gut geheizt und so lege ich ab und wärme mich auf und schaue nebenbei wo ich bleiben werde.

Ich finde ein kleines Hostal etwas oberhalb vom Stadtzentrum. Eigentlich ein B&B wo ich mein Motorrad im kleinen Vorgarten parken kann. Das junge Paar, Gaston und Vanesa sind sehr bemüht und ich fühle mich wirklich wohl. Sie geben mir gute Tipps und organisieren zum Teil gleich auch den Transport. Natürlich erkunde ich ersteinmal den Ort. Der Regen hat nachgelassen also kann ich mich auch heraus trauen. Ushuaia ist schon sehr touristisch und das Meiste ist entsprechend dafür ausgelegt. Es liegt wohl nicht nur daran, dass viele Kreuzfahrtschiffe hier anhalten, bzw. von hier starten um auf Antarktis-Kreuzfahrt zu gehen. Was ich so in den Aushängen im Ort bei den Agenturen sehe, da ist das günstigste 7500,-EUR. Das würde meine Reisekasse wahrscheinlich sprengen und ich will ja noch etwas unterwegs sein. Ein junger Franzose ist ebenfalls in meinem B&B und er hatte das Glück bei seinem Onkel auf dem Schiff, zusammen mit anderen Touristen für umme in die Antarktis zu fahren. Was er so erzählt macht schon neidisch! Vielleicht hat er damit ja ein Samenkorn gepflanz! Ein Vorschlag von Gaston und Vanesa war sich Laguna Esmeralda anzuschauen und wenn ich Bock habe könne ich auch noch hoch zum Gletscher gehen. Das klingt gut und so starte ich nächsten Tag zur Laguna. Der Transport ist organisiert und so muss ich mir über den Hinweg zumindest keine Gedanken machen. Ich bin natürlich mal wieder nicht der Einzige der zu dem kleinen blauen See unterwegs ist. Durch ein kleine dichtes Wäldchen, an einem schicken Bieberdamm vorbei ist die Lagune bald erreicht. Das war wirklich nicht schwierig und ich werde mit einem wirklich schönen Anblick belohnt! Aber der Berg hinten dran, von dem etwas links davon der Gletscher sein soll ist schon verlockend, zumal auch das Wetter absolut mitspielt. Also mache ich mich auf den Weg, um hinter den See zu kommen, zuerst über einen teils schlammigen Trampelpfad und grünen Wald, bis dieser sich lichtet und ich Blick auf den bevorstehenden Anstieg habe. Steil und Geröll aber wenn ich nun schon mal hier bin, dann kann ich auch den Rest gehen. Eine junge Italienerin kommt mir entgegen und wir unterhalten uns kurz. Sie meint ihr wäre es wahrscheinlich zu anstregnend und riskant aberd ie Anderen, mit denen sie bis zum ersten Geröll gelaufen ist wollen auch hoch. Bald komme ich an eine Stelle, wo der Weg nicht ganz klar ist. Eine vernünftige Karte habe ich nicht. Ich hatte mir, bei dem was ich gesehen hatte gemerkt, dass es irgendwie in einem Bogen geht und nicht direkt gerade hoch. Also biege ich leicht rechts ab und entdecke auch die anderen Drei auf der selben Richtung nur etwas oberhalb. Es ist steil und eher sandig und und das was eben noch wie ein Pfad aussah entpuppt sich als Sackgasse. Jetzt ist echt Vorsicht angesagt! Wahrscheinlich würde nicht viel passieren, es geht in keinen Abgrund aber lustig wäre abrutschen jetzt auch nicht. Ich kämpfe mich etwas oberhalb von den anderen vor, bis es wieder besser zu laufen geht, wo wir uns dann auch treffen. Letztendlich gehen ich mit Antoine, Aude und Solenn alle drei aus Frankreich den Rest. Es wird noch einmal steil und fast ein bisschen Kletterei dabei aber bald haben wir es geschafft. Die Aussicht von oben zurück auf die Laguna und die umliegenden Berge ist spektakulär! Aber auch der kleine Gletscher ist ganz nett anzusehen und so ein bisschen drauf laufen geht auch. Antoine startet einen Versuch in den Gletschersee zu springen aber scheints reicht der kleine Zeh im Wasser, um ihn davon abzuhalten. Wir genießen ausgiebig die Aussicht und stärken uns natürlich für den Abstieg. Zuvor lasse ich aber noch die Drohne fliegen! Wir scheinen die fast letzten oben zu sein aber es ist nach wie vor schön und so haben wir keine große Eile. Antoine und ich schicken die Mädels vor und wir schauen noch kurz in die kleine Eishöhle, die wir bereits auf dem Weg nach oben bemerkt haben. Rein trauen wir uns dann aber doch nicht. Sie ist nicht tief und wir können von hier auch alles sehen also müssen wir kein unnötiges Wagnis eingehen. Wie wir die nach Ushuaia zurück kommen wissen wir noch nicht, evtl. will Antoine ein Uber rufen. Zurück auf dem Parkplatz erledigt sich das Thema ziemlich schnell. Eine junge Frau bietet uns die Fahrt zurück an. Sie hat quasie auf Kundschaft gewartet und durch vier ist die Fahrt sogar günstig. Unsere Fahrerin ist wirklich gut drauf! Vor Abfahrt gibt es für jeden ein Bonbon und dann wird ordentlich Musik aufgelegt! Sie fragt die drei Franzosen welche Chansons sie kenn und legt bekannte Sachen auf und singt lauthals mit. Herrlich! Und die anderen Drei sind etwas verwirrt, weil sie die alten Lieder noch nie auf Spanisch gehört haben. Wir lassen uns mitten in der Stadt am Pub Dublin absetzen und so den Tag ausklingen.
Am nächsten Tag geht es in die andere Richtung von Ushuaia, in den Nationlapark Tierra del Fuego. Auch hier hat Gaston mir die Anfahrt organisiert. Es wird ein netter Spaziergang entlang der Küste, allerdings in meinen Halbschuhen. Meine Wanderschuhe haben gestern zwar gut durchgehalten aber die Sohlen lösen sich erneut. Ich bin sehr hin und her gerissen, was ich mit ihnen mache! Noch einmal kleben lassen, wird sicher wieder das selbe Resultat ergeben oder die Sohlen lösen sich nicht erst am Ende der nächsten Wanderung. Sie weiter mit mir rumfahren, bringt auch nichts und sie nach Hause schicken und dann zu Hanwag, da kann ich mir auch Neue kaufen. So wird es werden. Doch erst einmal genieße ich den schönen Tag und den gemütlichen Wanderweg entlang der Küste. Nachdem der Teil geschafft ist kehre ich erst einmal ein. Vor dem Restaurant im Nationalpark steht eine Ducati 998s, auch so ein „Verrückter“. Ich bin mir nicht mehr sicher ob er auch in Alaska oder erst in Mexico gestartet ist aber alle Achtung. Meine Mittagspause nehme ich genau richtig, draußen geht ein heftiger Schauer durch!! Doch auch der geht vorbei und die Resttropfen sind nicht schlimm und so laufe ich den Rest bis ans Ende der Routa3, das wirkliche Ende der Welt, der Straße nach Süden. Eigentlich hätte ich da wohl mit dem Motorrad hingemusst aber nur dafür Eintritt zahlen…, dann doch die Zeit mit Laufen genießen! Ich verewige mich mit einem Aufkleber und steige in meinen wartenden Rücktransport!
Damit es nicht langweilig wird, ist auch schon die nächste Tour geplant! Ich will mir die Insel mit den Pinguinen im Beagle Canal anschauen. Das bedeutet ein paar Stunden auf dem Wasser, an Puerto William in Chile vorbei zu fahren bis zur Isla Martillo die schon recht dicht am offenen Meer liegt. Der Katamaran ist knackevoll und zuerst drehen wir eine Runde um die Inseln in Sichtweite von Ushuaia und dürfen eines der Symbole, den Leuchtturm fotografieren und ein paar Seelöwen und Vögel dürfen auch nicht fehlen. Ich drücke ordentlich drauf, doch auf einmal sagt die Kamera stopp, Chip voll! Sch…!! So viele Bilder sind eigentlich nicht drauf aber ich weiß wo das Problem liegt! Wenn der Chip nicht ab und zu neu formatiert wird, dann sammeln sich eine riesige Menge Restdaten der zwar bereits gelöschten Bilder an. Doch jetzt formatieren, nein. Also mal schauen was ich jetzt schon löschen kann. Damit bleibt meine Fotomenge zwar eingeschränkt aber ich bekopmme doch noch etwas Platz für die Pinguine. Ich habe die kleine Gimbel-Kamera fürs Filmen dabei, die kann auch Fotos also wird es schon gehen. Die Fahrt ist irgendwie wirklich schön. Zwischen den Bergen auf Argentinischer und Chilenischer Seite geht es auf dem Canal nach Osten. Auf dem Oberdeck, auf dem man zur Hälfte draußen stehen kann hat man einen herrlichen Überblick! Aber genauso schön ist der Umlauf unten, auf dem man ebenfalls draußen um das Schiff laufen kann und gerade ganz vorne direkten Blick auf das Wasser hat. Über Lautsprecher bekommen wir alles Sehenswerte erklärt und werden drauf hingewiesen wo wir hinschauen sollen. Hier und da bläßt ein Wal seine Fontäne aus und wir kommen einigen schon sehr nahe. Einer taucht kurz vor uns unter unserem Boot durch. Albatrosse fliegen meiestätisch superdicht über die Wasseroberfläche und scheinen Spaß daran zu haben, mit den Flügelspitzen über den Ozean zu streichen. Ein zwei Kreuzfahrtschiffe kommen entweder von der Antarktis oder wollen dorthin. Wieder stößt irgendwo ein Wal seine Fontäne aus, diesmal weiter weg und alle laufen auf die Seite und wollen es sehen. Die Stimme aus dem Lautsprecher kennt sich aus und kann anhand der Rückenflosse sagen was es für einer war. Auch mit den ganzen Vögeln weiß sie Bescheid, genauso wie zur Geschichte von Wracks die man an Land sieht, alten Gehöften und Fischzuchtfarmen. Mit den Kreuzfahrtschiffen kommt ein bisschen Fern-/Kreuzfahrtweh in die Antarkis auf. Ich könnte glatt durchfahren aber der Katamaran wäre dafür sicher nicht ausgelegt. An Puerto Williams vorbei nähern wir uns der Pinguininsel. Ein erster Schwarm zischt durchs Wasser hüpfend an uns vorbei und dann drehen wir ein und können bereits tausende Pinguine an Land sehen. Wir fahren direkt aufs Ufer, aussteigen ist allerdings nicht. Vorne am Umlauf und auch am Oberdeck ist Gedränge und jeder will ein paar gute Shots haben und wenigsten einen Augenblick in Ruhe drauf schauen können. Auch wenn wir nicht an Land können ist es ein schönes Erlebnis! Wirklich lange bleiben wir nicht und treten den Rückweg an. Vorerst bleibe ich erstmal drinnen und wärme mich etwas auf. Es ist mehr Wind aufgekommen und die Sonne versteckt sich hinter Wolken. Trotzdem gehe ich immer wieder raus und sehe den Albatrossen bei ihren akrobatischen Flugmanövern zu.
Natürlich nutze ich die Gelegenheit mir auch ein zwei Tage frei zu nehemen und wenigstens einen davon zu arbeiten. Der Andere Tag ist noch einmal für die Stadt geplant. Gegen Mittag beginnt es zu regnen, ein guter Grund, um in den Knast zu gehen! Ushuaia sollte mal so etwas wie eine Strafkolonie werden, so dass alles mit dem hiesigen Gefängnis begann. Somit entkomme ich mal wieder dem Regen und kann in den unterschiedlichen Gefängnistrakten verschiedene Museen anschauen. Der eine erzählt vom Gefängnis und wie alles begann, ein weiterer Trakt über die Ureinwohner, einer über die Geschichte der Seefahrt vor Ort, wobei mich eine Karte mit den ganzen Schiffswracks fasziniert, ein weiterer hat eine kleine Seefahrtgalerie und der letzte erzählt von den Abenteurergeschichten in die Antarktis. Im Zentralen Teil gönne ich mir Kaffee und Kuchen mit meinem neuen Freund in Blau-Gelb und bleibe tatsächlich recht lange. Ich hätte mir allerdings bei den Ureinwohnern was überziehen sollen. In den Trakten ist es recht frisch und nächsten Tag merke ich, dass mich langsam eine Erkältung beschleicht. Ich bekomme sie soweit in den Griff, dass ich nicht flach liegen muss oder Beschwerden habe aber die Nase ist dicht und ich spreche entsprechend nasal, Mist! Auf Empfehlung von Gaston probiere ich Merluza Negra der wohl nur in den südlichen antarktischen Gewässern vorkommt. Zwei Anläufe um ihn zu probieren waren vorher gescheitert, da die Restaurants ihn dann doch nicht hatten. In einem anderen steht er unerwartet auf der Karte und sie haben ihn tatsächlich da. Tatsächlich sehr lecker und empfehlenswert! Am Ende war ich dann doch eine ganze Woche in Ushuaia. Wahrscheinlich lag es auch am B&B. Als ich mich auf den Weg mache, lasse ich tatsächlich meine Wanderschuhe da. Gaston und Vanesa meinen, dass sie sie rausstellen und es sicher jemanden gibt, der sie mitnimmt. Eine letzte Empfehlung bekomme ich von ihm, ich solle doch kurz vor Tolhuin noch auf die Aussicht Mirador Cerro Jeujepen fahren. Ich verabschiede mich und bin mal wieder auf der Piste! Es fühlt sich gut an! Die Aussicht finde ich, fahre danach am Strand von Tolhuin entlang und finde zufällig ein ganz wunderbares Museums-Restaurant! Alles ist vollgestopft mit allem möglichen Kram, den man nur irgendwie sammeln kann. Das Macht es dann wirklich gemütlich sympatisch! Es gibt viel Ablenkung zum Schauen.
Ich cruise weiter, mal wieder bis nach Rion Grande und bleibe eine Nacht, diesmal in einem Hostal so ziemlich im Stadtzentrum. Ich brauche noch ein paar Kleinigkeiten aus dem Supermarkt und lustigerweise fragt mich der junge Kassierer wo ich herkomme und was ich hier mache. Ich erzähle es ihm und er freut sich und sagt mir wiederum, dass er auch ein kleines Motorrad hat. Ihn scheint die Schlange hinten dran nicht so sehr zu stören aber auch von den Wartenden zuckt keiner. Trotzdem dehnen wir das Gespräch nicht weiter aus, verabschieden uns und er wünscht mir noch eine gute Reise. Unter anderem war bei dem Einkauf mal wieder ein kleiner Packen Tempos dabei. Naja, hier heißen sie Elite. Die sind aber auch nur für einmal gut und dann kannst du die Elite auch schon in die Tonne stecken. Jede Serviette aus dem Restaurant ist eigentlich besser aber so viele will ich nicht mitgehen lassen und noch verlangt die Nase regelmäßig nach einem Taschentuch. Der nächste Tag ist windig! Richtig windig! Mein eigentliches Ziel ist Porvenier gegenüber von Punta Arenas, um von dort mit der Fähre überzusetzen. Diese geht heute aber bereits um 14:00Uhr und ich müsste mich sputen um sie zu erreichen. Allerdings liegt auf halbem Weg an der Küste der Bahia Inútil ein Schutzgebiet für eine kleine Kolonie von Königspinguinen. Eigentlich hätte ich dafür online reservieren müssen aber alle Slots waren bereits belegt und der nächste wäre erst in zwei Tagen wieder gewesen. Ich will trotzdem einfach mal ranfahren, da es kein großer Umweg ist und mich nicht allzu viel zeit kosten sollte. Mit ordentlicher Schräglage, diesmal aber bis zum Abzweig zu den Pinguinen komplett auf Asphalt komme ich gut voran. Ich bin ziemlich genau um 13:00Uhr am Eingang und zwinker etwas mit den Augen und darf tatsächlich gleich mit. Na gut, es gab wohl einige, die nicht gekommen sind. Wir laufen keine fünf Minuten und schon können wir sie sehen. Uns trennt ein mittleres Bächlein und ich habe diesmal nicht mein stärkeres Objektiv auf gepflanzt aber trotzdem sind sie gut zu sehen. Die Gruppe ist nicht viel Größer als so um die ca. 30 Pinguine aber es ist wohl die einzige Kolonie, die sich hier auf dem Festland niedergelassen hat. Korrektur, TDF ist auch eine Insal, nur sehr groß. Die Fähre in Porvenier hat sich nun definitv erledigt! Ich kann nun überlegen dort hin zu fahren, zu übernachten und dann nächsten Tag sehr zeitig die Fähre zu nehmen oder dem Huhn die Sporen geben und die Runde wieder außen rum zu machen. Ich entscheide mich für Letzteres auch in der Hoffnung, dass die Fähren über die Magellanstraße nach Punta Delgada fahren. Somit bleibe ich auf Asphalt und erreche schon bald die Fähren. Ja sie fahren, und schwanken ordentlich. Ich bleibe nach dem Kauf des Tickets tatsächlich unten beim Motorrad, irgendwie ist es mir nicht wirklich geheuer und zwei drei Mal hebt es das gute Stück ganz gut in seiner Federung nach oben. Damit habe ich TDF – Tierra Del Fuego verlassen und bin definitiv wieder auf dem Weg nach Norden.







































































































































































































































