Der Titel kling ein bisschen nach einer alten Spilunke, was gut sein könnte! Aber bis ich dort hin gelange gibt es noch ein wenig Natur. Ich habe die Carretera Austral verlassen und den Weg zum Paso Raballo eingeschlagen. Viele hatten ihn mir empfohlen und auch in der WhatsApp Gruppe schwärmten viele vom Weg. Ich kann dem sehr zustimmen! Vor allem an einem so schönen Tag. Es ist angeblich Puma-Land aber ich sehe natürlich keinen. Etwas vor dem Grenzübergang halte ich mit Thomas und Kerstin von Fahrzeug zu Fahrzeug einen Schwatz. Wir waren ein paar Male aneinander vorbeigefahren und jetzt ergab sich die Gelegenheit, sich auch einmal auszutauschen. Nach dem Grenzübertritt entscheide ich mich nach Lago Posadas zu fahren, anstatt direkt an die R40. Die Entscheidung scheint die Richtige zu sein. landschaftlich wieder etwas anders aber weiterhin grandios! Irgenwann nehme ich eine kleine Nebenpiste, da ich hoffe auf eine Abkürzung zu kommen, was sich aber an einem Zaun als Irrtum herausstellt. Trotzdem bereue ich den halbstündigen Abstecher nicht. Kurz vor Lago Posadas werde ich von einer Wegsperre angehalten. Nein, keine Polizeikontrolle, eine Tourismuskontrolle. Ein paar junge Mädels von der Touriinfo aus dem Ort befragen mich, was ich hier vorhabe, wo ich bleiben möchte, woher ich komme und noch ein paar weitere Fragen. Es dauert nicht lange und am Ende habe ich eine Ortskarte und eine Karte mit den wichtigsten Unternehmungen vor Ort in der Hand. Lago Posadas ist sehr überschaubar! Das wichtigste am Ort ist wahrscheinlich die Tankstelle, die einen weiteren Bereich der Umgebung abdeckt. Ich nehme das erst beste, naja, nicht beste Hostal und erkunde etwas den Ort und überlege was ich am nächsten Tag machen will. Ich esse in einem kleinen sehr netten Restaurant, mit angeschlossener Brauerei. Diese ist wirklich nur sehr klein aber das Bier ist erfrischend und lecker! Ich überlege, ob ich von da aus die Route R41 nach Süden nehmen kann. In Maps sieht es nach ein paar Flußdurchquerungen aus und ansonsten schwer einschätzbar. Ich stelle eine Anfrage in der WhatsApp-Gruppe aber auch da kann mir keiner so richtig helfen. Der eine antwortet es ist durchaus machbar, ein anderer meint eher nicht. Zu wenige sind es bisher gefahren. Ich mache ein knappes Frühstück im Café schräg gegenüber und fahre danach an die Tankstelle und frage den Tankwart. So wie er mich und das Motorrad von oben bis unten mustert und an seinem Gesichtsausdruck erkenne ich ein NEIN. Er erklärt mir das es zum Teil sehr steil runter in den Fluß und auch wieder rauf geht, mit großen Steinen und Kanten. Drei Jungs hätten es vor ein paar wenigen Tagen versucht und seien die ersten 30km gefahren und sind dann wieder umgekehrt. Ok, also alleine vielleicht keine so kluge Idee. Also wird es nur ein Ausflug an den See, der ähnlich wie bei Antofagasta eine Brücke im Wasser stehen hat und zudem durch einen schmalen Landstrich in zwei Seen geteilt ist, die auch noch unterschiedliche Farben haben. Ich genieße den Vormittag, obwohl ich durchaus noch ein paar Kilometer vor mir habe. Die Brücke ist nicht so imposant, aber durchaus schön anzusehen und ich lass die Drohne zumindest mal durchfliegen. Ich genieße die Farben und Landschaft drum herum und werfe einen Blick auf die Serpentinen der R41, die ich sonst genommen hätte. Zurück in der Tankstelle, mache ich eine kleine Pause, snacke etwas und unterhalte mich mit dem Tankwart. Er versucht Englisch zu lernen und fragt mich daher einige Wörter ab. Zu dem treffe ich George aus der Schweiz, der mit einer 1200 GSA unterwegs ist und auch er hatte überlegt die R41 zu fahren, das dann aber auch verworfen.
Ich begebe mich auf den Weg nach Baja Caracoles, um von dort mal wieder auf die R40 einzuschwenken und mein nächstes Ziel Gobernador Gregores anzusteuern. Bis Baja Caracoles bleibt es vorerst bei einer Schotterpiste und ich fahre aus den Bergen heraus und die Landschaft wird immer mehr Pampa. Baja Caracoles hat ein kleines Hotel, mit Tankstelle, dessen Zapfsäulen vollständig mit Aufklebern übersät sind, eine Polizeistation, sowas wie ein Mini-Gesundheitszentrum und noch zwei oder drei Häuser!? Abgesehen von der Tankstelle in Lago Posadas, ist diese hier an der R40, der zentrale Anlaufpunkt. Bis Gobernador Gregores werde ich nichts mehr bekommen aber durch meinen großen Tank, habe ich damit eher kein Problem. Ich hole mir ein Kaltgetränk im Retaurant, was gleichzeitig als Kiosk und Rezeption dient und setze mich nach draußen. Ein Seltsamer Ort! Von drinnen dringen die Gespräche der LKW-Fahrer, die Mittagspause machen gedämpft nach draußen, im Radio erzählt auch einer irgend etwas, die Sonne scheint und eigentlich ist es ruhig. Das ein oder andere Auto wir langsamer und es scheint, als ob sich die Insassen fragen, ob man an dem verlassenen Ort anhalten soll oder nicht. Ein Lüftchen weht und ansonsten verspüre ich eine angenehme Mittagsruhe. Ich weiß nicht, ob ich mich an den Film richtig erinnere aber mir kommt irgendwie „Out of Rosenheim“ in den Sinn. Für einen Moment steht die Zeit still und ich lasse diese Atmosphäre einfach wirken.
Die R40 hat hier wieder Aspahlt und nach einem Stück mit doch einigen Kurven wird die Straße einfach nur gerade und fürt nach Südwesten. Vor mir liegt einfach weite Landschaft! Zum Teil leicht hügelig mit hohen Bergen weit im Hintergrund. Irgendwie auch faszinierend! Der Wind nimmt hier deutlich zu und ja nach Richtung fahre ich schräg oder muss Böen ausgleichen. Dafür gibt es um so schönere Wolkenformationen am Himmel. Und gerade auf diesem ersten geraden Stück wird es nicht langweilig! Ich bekomme eine wirkliche Schlaglochpiste vorgesetzt und fühle mich in ein Videospiel versetzt. Diese Spiele, wo von oben ein Band runterläuft und du je nach dem Noten spielen oder mit deinem Spaceship Meteoriten ausweichen musst. Jedes umfahrene Schlagloch bringt Punkte! Je höher die Geschwindigkeit, um so mehr Punkte natürlich! Unter 50 km/h gibts keine Punkte und trifft man eins richtig sind alle Punkte weg und man fängt von vorne an. Ich war zwischenzeitlich richtig gut und dann treffe ich doch noch eins….! 0 Punkte! Eine gr0ße fast 90° Kurve bringt mich auf die nächste Gerade, diesmal ohne Löcher und ich kann es einfach nur rollen lassen! Bis die nächste große Kurve mich näher an Gorbernador Gregores heranführt. Im ersten Hostal, was ich anfahre finde ich niemanden, das zweite ist ausgebucht und letztendlich lande ich in einem Hotel, fast mitten in der Stadt. Eignetlich ist alles super aber nach dem letzten Toilettengang hat sich der Tank nicht mehr richtig gefüllt und irgendwie läuft gar kein Wasser. Ich bekomme ein Zimmer im Hauptgebäude und damit ist wieder alles gut. Angeblich sperrt die Stadt ab und zu im Sommer einigen Leitungen, um Wasser zu sparen und dass Nebenhaus in dem ich war schien wohl betroffen zu sein. Am nächsten Tag stehen die „73 Malditos“ an! Das ist „der“ berüchtigte Schotterpistenabschnitt und bedeutet so viel wie die verdammten/verfluchten 73 km. In der Gruppe hatte ich vor Wochen schon einmal gelesen, dass sie die Strecke komplett auch für Allrädler, wegen des zu starken Windes gesperrt hatten. Der Wind heute hält sich arg in Grenzen und so hoffe ich dort gut durch zu kommen! Eigentlich lässte es sich ganz gut fahren und ich frage mich warum diese Aufregung aber dann kommt doch noch ein Abschnitt, wo der lose Schotter wirklich hoch liegt! Natürlich komme ich rein und ins Schlingern und denke ich hab sie doch gefangen und dann reißt es mich trotzdem! Verdammt! Wieder ein Kratzer in meinem Stolz! Es ist nichts passier und ich habe mein Motorrad recht schnell wieder auf den Rädern! Ein anderer Biker mit einer 1300er GS stoppt und fragt ob alles in Ordnung ist. Ich bejahe und er kachelt davon! Er hatte noch etwas erwähnt, dass er einem Kumpel weiter vorne helfen will. Ich zuckel hinterher und sehe das Unglück. Dem Fahrer geht es gut aber seine GS hat er mal gut zerlegt. Zumindest ist vorne von der Verkleidung nicht viel übrig und die Gabel verbogen! Wir versuchen sie zu richten, funktioniert aber nicht. Zwei Pickups haben angehalten und bieten Hilfe an. Der Eine hat mehr Ahnung als wir alle zusammen und auf seinen Hinweis werden die Schrauben an der Gabelbrücke gelockert. Jetzt lässt sie sich richten, naja, zumindest so, daß derjenige sie bis Gobernador fahren kann. Für heute hatten die 73 Malditos also ihr Opfer. Wieder auf Asphalt mache ich in Tres Lagos eine kleine Mittagspause und treffe auf Frederico aus Italien mit seinem Kumpel. Sie sind mit gemietetem Kleinwagen unterwegs haben der Autovermietung aber nicht gesagt, wo sie überall fahren wollen. Der Rest des Weges ist einfach und so langsam wird die Gegend auch wieder abwechslungsreicher. Ich biege nach El Chaltén ab, denn der alte Fitz wartet. Bereits dort auf der Strecke liegt links neben mir der Lago Viedma und schimmert wunderbar bläulich und je näher ich an El Chaltén herankomme umso mehr sehe ich von den Schneebedeckten Bergen und Gletschern. Der Fitz Roy taucht auf und ich muss unbedingt ein Foto machen. Ab jetzt muss ich gefühlt nach jedem Kilometer unbedingt ein Foto machen. Es ist eine wahnsinns Kulisse, die sich vor mir eröffnet hat und mit jedem Kilometer näher wird sie immer grandioser. An einem Aussichtspunkt kurz vor El Chaltén kommte mir ein Fahrradfahrer hochgeradelt und irgendwie kommt er mir bekannt vor. Ich muss gestehen, jetzt wo ich schreibe, seinen Namen vergessen zu haben aber wir hatten uns vor wenigen Wochen schon einmal auf der Carretera Austral getroffen und gequatscht. Er kommt aus Paris und hat von der Carretera, von Villa O’Higgins aus die Abkürzung nach El Chaltén genommen, die nur zu Fuß oder leichtem Fahrrad über Wanderwege machbar ist. Er hatte mich wohl gleich an den Haaren erkannt aber was für ein Zufall! Aber lange unterhalten wir uns nicht, beide wollen wir weiter und er hat es sicher weiter als ich. El Chaltén ist super touristisch! Auf booking war es schon schwer etwas zu finden und so mache ich mich ans Werk, mir eine Unterkunft zu suchen! Letztendlich werde ich in einem Hostal fündig und bekomme ein kleines Einzelzimmer mit geteileten Bädern.
Tags drauf mache ich mich mit hunderten anderen auf den Weg um Fitz Roy zu besuchen! Auf dem Wanderweg dort hin verteilt es sich ein bisschen aber trotzdem sind viele Leute unterwegs, zumal das Wetter ganz annehmlich ist. Etwas wolkig aber die markante Felsen ist immer wieder zu sehen und bietet jetzt schon schöne Motive! Der letzte Kilometer ist allerdings heftig! Noch aus einer gewissen Distanz sehe ich wie steil es geht und wieviele Leute dort unterwges sind! Ich lache herzlich! Es erinnert mich an meine letzte Tour in Schweden, mit einem Abstecher auf den Kebnekaise! Daher weiß ich, was mich halbwegs erwartet! Ob es die anderen wissen? Vermutlich nur wenige! Nach einer kleinen Stärkung geht es nach oben. Langsam aber stetig hole ich immer wieder Leute ein. Unglaublich was manche auf sich nehmen aber jeder nach seinem gusto. Der weg ist einfach steil, zwar ausgetreten aber voller Geröll und definitiv anstrenged! Die letzten Meter und es öffnet sich das Panorama auf das Felsenmassiv vom alten Fitz, einem 3406m hohen Granitfelsen, der alles zu überragen scheint. Aber es ist das gesamte Panoram das mir oh’s und wow’s entlockt! Es ist ein bisschen wie eine große Bühne! Die Menschen verteilen sich auf den Felsen vor dem Gletschersee, fotografieren, machen Selfies, picknicken und bestaunen einfach die wahnsinns Kulisse! Mir geht es nicht anders! Etwas weiter vorn links gibt es einen weiteren Hügel, auf den noch einige hochlaufen? Ob es sich lohnt? Ich zögere etwas aber da ich Zeit habe gehe ich auch dort rüber! Das nächste WOW! Ich hätte definitv etwas verpasst und viele scheinen so wie ich nicht zu wissen, was sich dort noch für eine Aussichtsperle versteckt. Der Blick auf einen weiteren Gletschersee eröffnet sich. Dieser liegt viel tiefer mit fast senkrecht steilen Wänden, Wasserfällen die von den Gletschen nach unten strömen und ganz anders aussieht als der erste See. Trotzdem hat man nun beide Seen und das gesamte Panorama im Blick! Unglaublich! Ich hocke lange dort, entdecke immer wieder Details, fotografiere und schaue. Als Belohnung für das lange Warten lösen sich die Wolken langsam auf und bilden herrliche Formationen! Ich stelle ab und zu die Kamera auf andere Modi um und plötzlich habe ich das Gefühl durch ein Kaleidoskop in eine andere Welt zu schauen!
Daher trenne ich mal wieder zwischen Original:
Kaleidoskop:
Ich gönne mir einen Tag Pause in El Caltén. Die insgesamt 20km waren etwas ungewohnt und das Wetter spielt nicht ganz so mit. Die Schuhe haben halbwegs überlebt, zumindest bin ich dankbar, dass ich die Strecke mit den geklebten Sohlen geschafft habe, alledings lösen sie sich schon wieder! Ich bin ziemlich gespalten, was ich mit ihnen machen soll! Ich werde in El Calafate noch einmal schauen, ob ich einen guten Schuster finde! Derweil gönne ich mir die Auszeit und arbeite ein wenig mit dem Rechner und schreibe an meinen Geschichten. Im Hostal treffe ich auf Ludwig und Heike aus Thüringen. Die beiden sind unglaublich! Sie sind seit einem Jahr und neun Monaten mit dem Fahrrad unterwegs und wollen natürlich nach Ushuaia. Gestartet sind sie allerdings in Alaska! So gesehen ist mein Jahr ein Klacks, wenn ich sie mir so und andere Reisende anschaue! Der nächste Tag verspricht zumindest später am Tag schöner zu werden. Es regnet nicht wirklich aber die Luft hat sicher 100% Luftfeuchtigkeit. Ich fahre an die Tankstelle etwas außerhalb, mache den Tank voll und starte nach El Calafate. Ich weiß nicht mehr von wem und wann aber mir wurde erzählt, dass El Chaltén mal ein einfaches Nest war und die Tankstelle sehr einfach und einen Puma an der Kette als Haustier. Der Tourismus hat dann doch einiges verändert. Kaum aus El Chaltén raus, sehe ich Licht am Horizont und bis ich wieder an der R40 bin ist es ein wenig wärmer und es scheint wirklich Sonne zu kommen! Ich halte noch einmal an der Kreuzung mit dem Blechfisch, erleichtere mich und fotografiere das Füchschen, das auf Essensreste wartet. Es gibt noch einmal ein paar schöne Aussichtspunkte von Unterwegs zurück auf den See und die Berge. Die Straße hat diesmal auch ein paar Kurven und etwas abwechslungsreichere Landschaft. Bald kommt El Calafate entfernt über den nächsten See hinweg in Sicht. Die Sonne ist raus und ich habe wieder ein herrliches Bergpanorama im Hintergrund. Das Hostal, was mir von meinen Nachbarn empfohlen wurde ist leider ausgebucht aber im Largo Argentino bekomme ich ein süßes Zimmer und einen Parkplatz mit Sicherheitsstufe 2. Ok, das bedeute, es um die Ecke außer Sichtweite zu schieben. Von Eugenio erfahre ich, wo ich alles Notwendige, wie Waschsalong und Schuster finde. Also packe ich eine eine Plastetüte mit Wäsche und meine Wanderschuhe ein und mache mich auf den Weg den Ort zu erkunden. Die Wäsche ist schnell abgeliefert und ich kann sie am nächsten Tag wieder abholen. Der Schuster liegt vor seinem Laden unter dem Auto und scheint auch dieses zu flicken. Im Laden meint er, dass er alles repariert! Er beeugt meine Schuhe und lässt sich letztendlich darauf ein sie noch einmal zu kleben. Auch die kann ich morgen abholen. Ganz in der Nähe der Wäscherei hatte ich einen kleinen Laden für Gedrucktes und Aufkleber gesehen. Ich will was versuchen, trete ein und frage eine junge Dame, ob sie auch Aufkleber herstellen. Ja! Allerdings habe ich meine Datei nicht dabei aber ich will endlich mitkleben! Später bringe ich ihr meine Datei und bestelle 40 kleine quadratische „RAIKAWAY.com“ Aufkleber in ihrer besten Outdoor-Qalität. Ich freue mich kindisch drauf. Der nächste Gang ist zu Hielo & Adventura, um mir eine Tour zum und auf den Geltscher zu buchen. Auch das hatten mir meine Nachbarn, die ein paar Wochen vorher hier waren empfolen. Ich wollte die 70km nicht mit dem Motorrad an den Gletscher fahren. In Wanderhose wäre es mir wahrscheinlich zu kalt geworden und in Motorradklamotten wollte ich dort nicht rum laufen und außerdem will ich ja auf das Eis rauf. Die Preise sind ordentlich!! Aber das wusste ich bereits! Es gibt eine einfache einstündige Tour über das Eis, also eher für Familien, eine für etwas Fortgeschrittenere und eine drei stündige! Ich hätte gerne die drei Stunden! Allerdings gibt es dafür eine Altersbeschränkung und die liegt bei 50. Ich fühle mich schon ziemlich diskriminiert und frage mich ob es für mich auch eine woke alte weiße Männer NGO gibt? Also bleibt nichts anderes übrig als die eine Stunde für die etwas Fortgeschritteneren zu nehmen. Ok, damit wird es nicht ganz so teuer, wenigsten ein Trost! Ich hole am nächsten Tag alle meine Sachen ab. Die Wäsche ist sauber und riecht wieder gut! Die geklebten Schuhe sehen auch ganz ordentlich aus, ich bin gespannt! Ich hole die Aufkleber, sie gefallen mir richtig gut und Soledad, die sie mir für 11000 also knapp 7,- EUR verkauft hat bekommt den Ersten. Das war doch schon mal ein erfolgreicher Tag. Zudem finde ich einen Barbershop und lasse mir mal wieder den Bart abrasieren. Für den Abend habe ich mir ein kleines Restaurant etwas abseits herausgesucht. Das Essen ist etwas teurer aber sehr gut! Ein Paar tritt herein und bietet über zwei drei Songs eine Tangoaufführung als ich schon fertig mit dem Essen bin. Draußen unterhalte ich mich etwas mit dem Tänzer, der in El Calafate eine Tanzschule hat. Ich ringe mich aber nicht durch länger zu bleiben und einen Kurs bei ihm zu nehmen. Dafür kommt mir aber der Karavan der, als ich noch am essen war sehr bekannt vor! Das Münchner Kennzeichen vom Paso Raballo! Ich klopfe an der Tür und Thomas und Kerstin öffnen mir! Eine coole Überraschung sich hier wieder zu treffen und kurz entschlossen gehen wir auf ein Bier in eines der vielen Restaurants. Eine ganz ähnliche Überraschung habe ich am nächsten Morgen beim Frühstück. Wir laufen uns nur kurz über den Weg, da ich zum Bus für meine Gletschertour muss aber Ludwig und Heike sind im selben Hostal abgestiegen! Verrückt!!
Die Tour ist ganz hervorragend organisiert und wärend der Fahrt werden wir mit allen möglichen Informationen wirklich gut unterhalten. Unter anderem auch warum die Ranches hier so riesige Flächen besitzen. Das Gras bzw. Futter für die Rinder ist hier sehr minderwertig und so werden, was bei uns 1 Hektar an Land an Rindern versorgt, hier eher 10 Hektar gebraucht. Mit vielen anderen Touristen, die sich auf den Aussichtsstegen am Perito Moreno Gletscher haben wir jetzt ca. 1:30 Stunden Zeit um den Anblick zu genießen! Der Gletscher ist wirklich beeindruckend. Angeblich wandert er täglich zwei bis drei Meter nach vorne und daher kann man im Prinzip ständige Abbrüche erleben. Ich habe die Kamera nich schnell genug zur Hand aber mit knackenden lauten Geräuschen bricht vor mir ein schöner Brocken und kracht ins Wasser. Die riesigen Eiswände sind beeindruckend und die Boote die unten mit Sicherheitsabstand vorbei fahren wirken eher klein! Ich freue mich auf die Gletscherwanderung! Mit dem Bus fahren wir etwas zurück, um von dort in ein Boot umzusteigen, dass uns am Gletscher vorbei auf die andere Seite bringt. So auf Augenhöhe und viel dichter dran erscheinen die Wände noch viel gigantischer! Das schimmernde Blau, die ausgefranzten Zacken und die vielen Details…, aber so viel Zeit zum fotografieren bleibt nicht. Wir setzen tatsächlich nur über und begeben uns zu unserem Ausgangspunkt für die jeweilige Eistour und bekommen schwere Eisen an die Schuhe geschnallt, mit denen es über das Eis geht. Gefühlt ist der Weg nicht wirklich lang. Die Ranger führen sehr sicher und passen genau auf damit nichts passieren kann. Eine junge Frau, die unsicher läuft bekommt sogar einen persönlichen Guide. Einer der Führer merkt, dass mir das laufen mit den Eisen keine Probleme macht und erlaubt mir, ab und zu auch mal hinten dran zu bleiben, um in Ruhe zu fotografieren. Trotz der kürze der Tour, auf der mir die Zeit zum wirklich sacken lassen und genießen fehlt, ist der Gang über das Eis schon ein Erlebnis! Am Ende gibt es natürlich den obligatorischen Whisky mit jahrtausende altem Gletschereis! Und natürlich frage ich auf dem Weg zurück meinen Ranger warum ich, der sonst mit 30 kg Rucksack durch Schweden läuft, nicht die längere Tour machen durfte? Er entschuldigt sich aufrichtig und meint selber, dass es ziemlich unfähr ist aber die Versicherung schreibt es vor und damit hat das Unternehmen keine andere Wahl, als auch in den Pass oder Ausweis zu schauen!
Bilder im Original:
Kaleidoskop:
Zurück im Hostal sehe ich Ludwig und Heike zusammen mit Binni sitzen. Binni ist seit 2021 mit dem Fahrrad unterwegs und sozusagen, bzw. nach seinen eigenen Aussagen Langzeit-Reisender. Er winkt mir zu und deutet an ruhig zu sein. Ich verstehe, er fürt mit ihnen ein Interview und nimmt auf. Ich halte die Klappe und erfahre so Details von ihren Touren, wie lange sie nun schon unterwegs sind und was sie sonst noch vorhaben. Unter anderem eben auch, dass sie sich drei Jahre Zeit genommen haben, von Alaska hier runter gekommen sind und dadurch, dass sie noch so viel Zeit haben, überlegen die Fahrräder nach Afrika zu verschiffen und dort weiter zu machen. Sie sind zehn und mehr Jahre älter als ich und Ludwig selber meint, daß er sich durch die viele Bewegung sicher 20 Jahre jünger fühlt! Unglaublich die zwei und allen Respekt! Aber wahrscheinlich steige ich trotzdem nicht aufs Fahrrad um, oder irgendwann später…!? Ich hatte nun ein paar Tage in El Calafate und will natürlich noch nach Feuerland! Das nächste Ziel ist allerdings erst einmal Puerto Natales, mit dem Torres Del Paine Nationalpark!










































































































































































































































































































































































