Ich verlasse Belen und mein nächstes Ziel ist Fiambala. Es gibt dort Termal-Quellen in den Bergen, die auf Maps sehr vielversprechend aussehen und ein paar Wüste-Dünen die beeindrucken scheinen. Ich bin mir zwar nicht sicher ob ich angesichts der Temperaturen auch noch in Termalwasser steigen will aber das ist ja noch nicht entschieden. Der Tag verspricht wieder warm zu werden also reiße ich alles auf, was an Hose und Jacke zu öffnen geht. Ja, ok der Hosenstall bleibt zu…. Aber vielleicht wäre das eine Überlegung wert! Ein Tip heute morgen war noch sich El Shincal de Quimivil anzusehen und als ich an den Hinweisschildern vorbei komme biege ich ab. El Shincal wurde zwischen 1471-1536 von den Inca errichtet und war die Hauptstadt der Region. Ich bin ziemlich allein vor Ort und werde darauf hingewiesen, dass es normalerweise Führungen gibt. Ich glaube sie wissen nicht so richtig mit mir anzufangen und vielleicht hilft auch mein rudimentär holpriges Spanisch, dass sie mich einfach allein frei laufen lassen. In dem kleinen Museum bekomme ich einen Überblick, wie sich das Gelände aufteilt, ein wenig zur Geschichte und natürlich bekomme ich auch ein paar alte Töpfe zu sehen. Es drückt ganz ordentlich von oben aber zum Glück hat es Bäume die etwas Schatten spenden und so laufe ich los, um das Gelände zu erkunden. Ein paar Ruinen stehe noch, bzw. wurden rekonstruiert und von einem Hügel kann ich das Gebiet überblicken. Vielleicht liegt es daran, dass ich allein in weiter Flur bin oder auch einfach nur an dem Ort selbst, dass er etwas angenehm stilles und beruhigendes ausstrahlt. Ich hocke mich auf ein Bänkchen mit etwas Schatten und stelle mir vor, wie das hier wohl mal gewesen sein muss und döse etwas von dannen.
Ich schlendere zurück. In dem kleinen Restaurant ist zumindest aktuell keiner da, also mache ich mich wieder auf den Weg.
Mein Navi lässt mich von der Asphaltstraße abbiegen und meint den direkteren Weg zu nehmen. Ich bin mir nicht sicher, ob das so passt? Mein Garmin kennt sich doch sonst auch nicht aus! Eigentlich geht die Piste aber sicher bin ich mir nicht. Hier und da ist es etwas sandig, was ich ja so gar nicht mag und an einigen Stellen ist es recht naß, so als ob die Straße eben erst gewässert wurde. Wurde sie auch. Nicht mehr viel weiter vor mir sehe ich wie ein LKW mit großem Wassertank die Straße besprüht und die Stellen mit tieferem Sand sogar mehrmals. Wahrscheinlich einfach, damit sich der Sand setzt und fester wird. Ich schissere und bin nicht überzeugt davon was mein Navi macht und was mich vor dem Wassertruck noch erwartet und bei 35°C habe ich heute irgendwie keinen Bock auf Abenteuer! Also drehe ich um und nehme wieder den Asphalt und fahre dafür einen riesigen Umweg. Die Strecke ist Schnurgerade, die Landschaft nicht wirklich abwechslungsreich, es gibt keine wirklichen schattigen Plätzchen an der Straße und die Sonne ist erbarmungslos. Auch wenn manche den Tempomaten a Motorrad für versnobt halten, hier mag ich ihn! Einfach auf Reisegeschwindigkeit gestellt und die Arme können gemütlich baumeln oder über den Lenker hängen. Allerdings auch irgendwie ermüdend! Und die Kurve, naja sagen wir leichter rechts Knick sollte man auch nicht verpassen. Nach etlichen gedösten Kilometern einfach nur gerade aus, kommt mir selbst das plötzlich sehr herausfordernd vor. Geschafft! Und wieder einfach nur gerade aus!
Fiambala hat nicht wirklich viel zu bieten! In das Hotel oder Hostel, in dass ich will scheint alles voll zu sein. Der Vermieter, der gerade auf dem Sprung ist ruft eine Kumpel an und bringt mich zwei Blocks weiter bis dort hin. Ich habe ein kleines Zimmer, günstig aber auch ohne Frühstück. Na gut, das ist bei meist zwei Scheiben trocken Toast mit Marmelade nicht weiter schlimm.
Ich habe mitbekommen, dass man für die Terme die Eintrittskarte hier im Ort neben der Touriinfo kaufen muss. In wenigen Minuten stehe ich im Ticketverkauf und hole mir den Eintritt für das Zeitfenster von 20:00 bis 24:00 Uhr.
Kurz danach sitze ich wieder auf dem Motorrad und fahre leicht bekleidet. Das heißt Helm und Handschuhe, der Rest ist ganz ohne Protektoren, dafür sehr angenehm luftig!! Ich will Wüste und Dünen sehen und die erste Düne ist schon mal ganz schick aber bis zu ihr drauf laufen habe ich schon wieder keine Lust. Naja, es wäre etwas runter und wieder rauf durch ordentlich Sand und die 35°C haben wir auch schon wieder…
Ich weiß nicht, ob es diesmal mein Navi ist, oder ich den kürzeren Weg nehme, zumindest biege ich ab auf einen sehr grobschotterigen Weg und schaffe es, mich tatsächlich auch da einzugraben. Ja was ist das denn?? Ich dachte auf Steinen geht sowas nicht! Geht schon und sogar ganz ordentlich. Gut, ich habe nur die Koffer dran, das restliche Gepäck ist zum Glück im Zimmer. Trotzdem ist es wieder Arbeit, dass Motorrad frei zu bekommen, verdammte Sch… und ich hoffe der weitere Weg bleibt nicht genau so. Zum Glück wird es etwas besser! Durch ein paar kleinere Orte durch und bald bin ich auf einer der üblichen Schotterpisten und inmitten vieler kleiner Dünen. Es ist ganz nett anzusehen und ich hätte ja Lust auf den Dünen zu reiten aber mit meinem schweren Bock komme ich wahrscheinlich nicht mal bis zur Ersten. Was kleines leichtes mit ordentlich Stollen und vielleicht nicht alleine, dann würde ich es wagen. Irgendwo höre ich, dass jemand mit dem Auto mitten drin ist. Bisschen neidisch bin ich schon. Erst im Nachhinein sehen ich auf dem Drohnenfilm, daß ich ihn durch Zufall gefilmt habe. Auf dem kleinen Monitor ist es schwer alles zu erkennen. Der Wind hat zugenommen und es liegt ordentlich Sand in der Luft, zumindest ist der Himmel trübe! An die ganz großen Dünen fahre ich nicht mehr ran, sondern fahre zurück zu meiner Unterkunft und mache noch etwas gemütlich.
Ich suche mir meine Sachen für die Therme zusammen und fahre in die Berge. Eine knappe halbe Stunde außerhalb von Fiambala in den Bergen sind die Becken. Auf dem Parkplatz steht ein Hildesheimer aber treffen tu e ich ihn nicht. Es ist alles da, Duschen, Schließfächer ein kleines Restaurant. Badefertig und so wie es vorgeschlagen wird fange ich mit dem untersten Becken bei 30° C Wassertemperatur an. Es ist ordentlich Wind da draußen und nach dem Duschen fühlt er sich auch etwas frisch auf der Haut an, daher ist das Eintauchen in das warme Wasser schon ganz angenehm. Ich wechsele die Becken, eins nach dem anderen nach oben mit immer jeweils 1°C mehr pro Becken. Es hat eine schöne Stimmung und selbst um die Zeit ist noch richtig was los. Für die Locals ist der Eintritt am günstigsten. Argentinische Touristen zahlen mehr und Ausländer zahlen den höchsten Preis. Aber es lohnt sich! Es ist eine angenehm ruhige Atmosphäre, die Leute schwatzen, picknicken oder genießen einfach nur das warme Wasser. Ich arbeite mich nach oben und die Badewannenwohlfühltemperatur ist bereits überschritten. Auch das letzte Becken, die 45°C will ich ausprobieren. Ich kühle nicht zu sehr draußen ab, sonst macht es das Reinkommen schwieriger! Auch wirklich lange aushalten ist nicht drin und trotzdem hat es was! Auch wenn die Luft nun etwas frischer ist, so ist jetzt die Abkühlung wirklich willkommen! Ich merke, dass der Kreislauf etwas stabilisiert werden muss. Ein letztes Mal noch einmal bei 36°C rein, zum aklimatisieren und dann war ich fast drei Stunden hier im Wasser.
Wind ist immer noch und auf dem Weg zurück trübt Sand in der Luft etwas die Sicht. Im Ort ist es merkt man das nicht ganz so sehr und ich nutze den restlichen Tag für ein sehr spätes Abendessen.
Ich packe, bezahle und fahre nach Norden in die Berge! Den Balkon de Pissis soll ich mir nicht entgehen lassen, war ein Tip und da ich nicht weiß wie lange ich dafür brauche habe ich alles dabei. Auch für die Möglichkeit, dort oben zu übernachten. Die Strecke hat wieder viel fürs Auge zu bieten und ich genieße die Fahrt auf Asphalt, bis der Abzweig in die Berge kommt. Eine breite gut fahrbare Schotterpiste, die zum Teil gerade eben begradigt wurde begrüßt mich. Sie sind wirklich noch dabei, die Straße zu ebenen und mit Wasser zu besprühen, damit der Untergrund einfacher befahrbar wird. Nein, sie haben mich nicht erwartet! Der Weg führt einfach zu einer Mine und für deren Fahrzeuge wir der Weg prepariert. Das merke ich auch ziemlich schnell, da mir dreier Konvois da mir großen Trucks und langen Anhängern entgegenkommen und ordentlich Staub aufwirbeln!
Ich gewinne schnell an Höhe und wie immer hier oben, habe ich das Gefühl in eine andere Welt zu kommen. Der Abzweig zum Balkon folgt. Ab hier ist der Weg nicht mehr geebnet aber trotzdem problemlos fahrbar. Als erstes empfängt mich die Laguna Celeste/Azul in einem wunderschönen Hellblau, eingebettet in in leicht grauem Schotter und das allein ist schon ein lohnenswerter Anblick. Ich halte an und will ein bisschen filmen aber von oben kommt ein Schweizer Armeefahrzeug, als Camper eingerichtet mit Deutschem Kennzeichen. Die erste Frage, die ich gestellt bekomme ist, ob ich nicht vor ein paar Tagen in San Antonio war. Wenn ich längere Haare habe dann sollten wir uns dort schon über den Weg gelaufen sein. Ja habe ich. Ich bitte im Gegenzug, ob er vielleicht die Sonnenbrille abnehmen könnte und ja, wir haben beide im selben Restaurant gegessen. So trifft man sich dann also auf 4700m und hält ein Schwätzchen.
Wer weiß wann wir uns das nächste Mal über den Weg laufen werden…?
Ich fahre noch ein paar Meter Höher zum Balkon und habe einen sensationellen Blick auf die Laguna Negra und die Laguna Verde als auch etwas zurück auf die Celeste. Ich hole meinen Hocker raus und hocke einfach nur da, picknicke ein wenig und genieße den Anblick der Lagunen und der Berge drumherum, unter anderem dem Monte Pissis mit ca. 6792m. Einfach nur genial! Auch die Zeit zu haben und fast eine Stunde alles auf sich wirken zu lassen.
Ich überlege noch runter an die Lagunen zu fahren, lasse es aber und drehe um. Ich bin noch gut in der Zeit, um am Abend zurück in Fiambala zu sein. Mit der beginnenden Abendstimmung ändert sich das Licht und die Schatten werden länger und somit wieder andere sehr stimmungsvolle Perspektiven.
Ich komme gemütlich in Fiambala an und frage über WhatsApp, ob ich nochmal mein Zimmer bekommen kann. Na klar geht das. Es wird noch fixt ein bisschen in Ordnung gebracht und im Prinzip bin ich zurück in meinem eigen Kram von heute Morgen. Diesmal sattel ich nicht komplett ab. Nur das Nötigste, damit es nächsten Tag schneller geht!
Heute sind es ein paar Kilometer mehr aber landschaftlich nichts herausragendes. Das schon fast Übliche, warm und lange Geraden. Ich komme in Chilecito an und bekomme ein schmuckes großes Zimmer auf der Straßenseite gegenüber. Ich bleibe auch hier mehr als einen Tag und nutze die Zeit, um mal wieder zu schreiben. Vom Vermieter bekomme ich noch ein paar gute Tips und so schaue ich mir eine alte Berwerksseilbahn an, die von Deutschen Ingenieuren um 1902 komplett gebaut wurde. Sie reicht bist tief in die Berge und hat Erze runter und Personen und Ausrüstung nach oben transportiert. Das kleine Museum an der Talstation hat schon zu aber oben an der ersten Zwischenstation komme ich gerade noch so rein. Zumindest frage ich und als die Dame mitbekommt, dass ich aus Deutschland komme, ist sie begeistert und winkt mich rein, doch noch wenigstens ein paar Fotos zu machen und mich ins Gästebuch einzutragen. Ich hatte auf dem Weg entlang der Masten eine Waschanlage gesehen und halte dort auf dem Rückweg, um endlich den ganzen Dreck runter zu spülen. So ein bisschen Patina ist ja schon ganz nett aber es hat sich nun schon eine Menge angesammelt. Ich bekomme sogar ein Höckerchen für meinen Helm und einen Lappen, zum trocken wischen. Am Abend entscheide ich mich auf dem Hauptplatz für eine Pizza. Im ersten Moment schmeckt sie ganz gut, vielleicht weil ich Hunger hatte aber eigentlich ist sie kein Vergleich zu einer wirklich Guten aus dem Hause Guiseppe. Ich muss sogar kämpfen, um die Ganze zu schaffen!
Diesmal wird die Strecke lang. Was ich mir rausgesucht habe sind zwei Nationalparks, die ich mir anschauen möchte und ein Winzdörfchen was in der Nähe liegt. Es ist warm, sehr warm und die Strecke ist nur am Anfang und am Ende wieder abwechslungsreich. Die Straßen gerade und das einzig Interessante daran, daß sie so gerade sind. Nein wirklich, wenn man sie so gerade wie sie sind am Horizont verschwinden sieht, hat das schon auch eine gewisse Faszination aber auch das Wissen, das wird zäh!!! Ein paar Dust-Devils sind so das einzige in der weiten flachen Ebene, die etwas Abwechslung zum kucken bieten und ansonsten muss ich aufpassen, dass mich keine Müdigkeit überkommt. Mit dem A..lerwertesten rutsche ich hin und her. Mal lehne ich mich an die Tasche hinter mir und bin Easy Rider und mal nach vorn übergebeugt, die Arme über den Lenker gehängt.
An den Sturzbügeln fehlen definitiv noch Fußrasten, um die Beine lang machen zu können.
Erst kurz vor meinem Ziel Baldecitos ändert sich die Landschaft wieder und die Berge werden abwechslungsreicher, es gibt Kurven und eben die Aussicht bald da zu sein.
Ich komme an dem ersten Nationalpark vorbei und fahre zumindest mal ran und frage wie das hier so vor sich geht. Alle Stunde ist eine Führung, gefahren wird mit dem eignen Fahrzeug, es werden fünf Stationen angefahren, das dauert ca. 03:30 Stunden und ein Guide sitzt im ersten Fahrzeug mit drin. Ok, heute Abend nicht mehr, obwohl die Zeit reichen würde aber ich will in Ruhe mein Zimmer finden.
Baldecitos ist ein drei, vier, naja weiß ich wieviel Selen Dorf, zumindest soll es drei Hostals geben. Ich fahre das an was ich mir ausgesucht hatte und bekomme ein kleines Zimmer mit vier Betten, Dusche, WC etc. und kleinem Tisch mit Stuhl vor der Tür, was wahrscheinlich so das Beste ist. Es ist wirklich ruhig hier! Vorn im Laden an der Straße hole ich mir ein 1L Bier und Chips und lasse den Tag gemütlich ausklingen. Für 20:30 Uhr habe ich mir im selben Laden einen Tisch zum Essen bestellt. Ok, ich bin der einzige Gast und wenn ich nicht gefragt hätte, hätte ich vielleicht gar nichts bekommen. Es gibt Milanese, also paniertes Schnitzel mit Pommes und natürlich noch eine Flasche Bier.
Am nächsten Morgen liege ich eigentlich ganz gut in der Zeit und denke, das ich die Tour im Ischigualasto Provincial Park um 10:00 Uhr noch schaffe. Pünktlich da, gibt es noch einen Pickup mit zwei Frauen aus Buenos Aires und mich. Na bloß gut, immerhin ein Auto. Ich habe zwar alles abgeladen aber ob sich der Guide bei mir hinten drauf gesetzt hätte…? Die Mädels bieten mir zwar an, wegen des Staubes vorn zu fahren aber der Guide bei ihnen im Auto hat eben Vorfahrt.
Ich halte etwas Abstand aber ganz vermeiden lässt sich die Wolke nicht. Der Park ist wirklich schön, mit den unterschiedlichsten Felsformationen und dem Wahrzeichen der Region El Hongo. Der Ranger erklärt alles aber auf Spanisch, ein wenig kann ich folgen aber es ist nicht schlimm mich fasziniert die Natur auch so. Hier wurden auch einige Saurierskelette gefunden, wovon wir eine Nachbildung der Fundstätte besuchen. Die guten drei Stunden sind bald um und ich gehe im Nachgang noch in die Ausstellung, um mir Saurierskelette anzuschauen und etwas über die Entstehungsgeschichte zu lernen. Ich trinke noch eine Kleinigkeit und denke mir den anderen Park so ca. 70km weiter, da schaue ich auch noch mal rein.
Allerdings, meinen Berechnungen zu Folge, wird das jetzt eng mit dem Sprit! Beim Durchforsten von Google Maps nach Unterkünften war mir eine Rezension aufgefallen, die ca. 12km weiter von Baldecitos Sprit verkauft. Auch meine Wirtin hatte mir bestätigt, dass ich dort im Hostal Sprit bekomme. Wenn ich mir den zweiten Park noch anschauen möchte, bleibt mir nichts anderes übrig, als es zu probieren. Die paar Kilometer sind schnell abgespult und tatsächlich bekomme ich 10L aus einem Kanister und natürlich zum etwas höheren Preis. Vielleicht sind es nun 1,50 EUR statt der offiziellen 1,00 EUR pro Liter aber mir hilft es ungemein.
Ich wusste bereits, dass ich dort eine mit dem Bus geführte Tour machen und das Motorrad stehen lassen muss. Als ich im Parque National Talampaya ankomme und nach Tickets frage muss es schnell gehen. Der Bus steht zu Abfahrt bereit! Ich renne noch einmal fix zum Motorrad, um die Kameras zu holen und sitze schon gleich im Bus. Die beiden Ladys von eben sind auch wieder da, mit uns aber noch einige andere. Von der Straße hatte ich die Berge schon gesehen, in die es hineingehen soll. Die Klimaanlage bläst volle Pulle und im Vergleich zu draußen ist es auch ganz angenehm aber so richtig schaffen tut sie es nicht. Bald wird mir klar warum dort wahrscheinlich keiner selber fährt. Wir fahren durch ein tiefsandiges Flussbett, in dem sich fast jeder festfahren würde, der es wagt. Aber eben auch von diesem Flussbett aus erheben sich glatt gewaschene senkrechte rote Felsen über 330m in den Himmel. Faszinierend! An einer anderen Stelle können wir sogar Felsmalereien bewundern, während über uns Kondore kreisen. Das hier ist wirklich unglaublich schön. Hier und da hätte ich gerne etwas mehr Zeit zum bewundern gehabt aber immerhin gibt es mitten drin einen Erfrischungsstop mit Suppe, Oliven, Nüssen, Wasser, Saft, Wein und Sekt. Selbst Whisky gäbe es. Aber auch so fühlt es sich ganz nett an mit einem Glas Sekt vor dieser Kulisse anzustoßen. Es gibt weitere Stationen aber dort so mitten zwischen den riesigen Felswänden, das ist speziell!
Wahrscheinlich war es deswegen auch so teuer. Generell fand ich beide Parks recht preisintensiv, wobei auch hier wieder die Ausländerregel gilt. Einheimische zahlen weniger. Mit Abendlicht trete ich den Heimweg, die 60km bis zum Zimmer an und blicke ab und zu zurück auf die faszinierenden Farben von Talampaya.
In Baldecitos gibt es noch ein anderes Restaurant und ich fahre ran und frage, ob ich dort heute Abend etwas zu essen bekomme. Ich einige mich mit der Wirtin auf 20:30 Uhr und fahre aufs Zimmer, um mir Schweiß und Staub runter zu duschen. Eigentlich müsste ich mich mit Klamotten drunter stellen. Zumindest wasche ich die Wanderschuhe die ich an hatte ab. Dem Leder tut der Staub gar nicht gut. Ok, ich bin zu spät! 20:40 Uhr stehe ich vor verschlossener Restauranttür. Etwas rütteln, klopfen und rufen hilft nicht. Ich glaube, da hatte jemand keine Lust auf einen Gringo. Ich schaue ob das Lädchen vom Vortag auf hat aber auch da ist alles dunkel. Ich bin verloren! Das ich nichts zu essen bekomme ist nicht so schlimm aber auf dem trockenen sitzen zu bleiben, nach so einem Tag…
Im Hostal frage ich nach und von dort aus dem Kühlschrank bekomme ich das einzige Bier was drin steht. Eine 1L Flasche kaltes Heineken, die ich glatt in Zwei Handtücher einwickele, damit sie auch schön kalt bleibt.
Mit meinem Thermosbecher bleibt es auch so schön kalt und ich gehe weiter nach vor, um einen Blick auf die riesige Gewitterwolke einige Kilometer weiter zu bekommen. Es ist faszinierend, wie in dieser Wolke die Blitze zucken, ohne dass irgendwo ein Grollen zu hören ist. Es ist wie ein stilles Feuerwerk, mit herrlicher warmer Abendstimmung.
Der Vater der kleinen Familie, die im Zimmer ganz vorne wohnt, gesellt sich zu mir und wir fangen auf Englisch an zu plaudern. Bestimmt über eine Stunde oder gar länger, immer mit der von Blitzen durchzuckten Wolke, die nach und nach zusammenfällt vor Augen. Es fühlt sich fast ein bisschen magisch an.
Wieder in der Spur fahre ich bis San Juan und bleibe auch hier zwei Nächte. Die Homepage und YouTube brauchen tatsächlich einiges an Zeit. Bis ins Stadtzentrum und zum Hauptplatz ist es diesmal doch ein wenig zu laufen aber auch das tut in der Regel ganz gut, sich nach dem langen Sitzen die Füße zu vertreten. Tatsächlich stelle ich hier nicht so viel mehr an und entschließe mich letztendlich als nächstes Ziel und um die Feiertage zu verbringen nach Mendoza zu fahren.























































































































































































































2 comments
Es sind so beeindruckende Aufnahmen, traumhaft schöne Landschaften!
Die Steine in Kugelform sind toll, erinnern an die Kunst von René Magritte, sehr surrealistisch!