Heute ist Sonntag, der 26. Oktober. Woher ich das weiß? Weil im WhatsApp Status einige von der Zeitumstellung gepostet haben und dann habe ich auf den Kalender geschaut… Hier wird sie übrigens im September und April umgestellt, so dass die Zeitverschiebung zu euch nur noch 4 Stunden ist. Die Zeit vergeht wie im Flug und ich habe Probleme mich daran zu erinnern was vor 10 Tagen war. Ein fach nur, weil in der Zwischenzeit schon wieder so viel passiert ist und so viele Eindrücke auf mich einstürzen. Ich versuche mich mal zu erinnern…
Valparaiso, ich bekomme von einem der da in der Garage arbeitet noch einen kleinen Mapuche-Glücksbringer geschenkt und dann gehts los. Ich bewege meinen Dino aus der Stadt raus auf der Schnellstraße am Meer lang. Ohnehin bleibe ich eher in Küstennähe,Verkehrsschilder gelten, nur die Geschwindigkeitsschilder scheinbar nicht und so versuche ich mich dem Verkehr anzupassen. An einer Copec Tankstelle will ich etwas Luft aufpumpen. Hahaha, erstmal den Taschenrechner rausholen! Wenn man nur bar gewöhnt ist, dann hat man mit PSI entweder ganz schnell zu viel oder zu wenig drauf.

Ich mache einen kleinen Mittagsstopp in La Laguna am Meer, sehr pitoresk, vielleicht liegt es auch nur am Meer!? Es gibt ein Sandwich und von nun an solls etwas mehr Berge zu erfahren geben. Die Strecke fährt sich klasse, es sind teilweise 30°C und mehr und für einen Neuling wie mich ist jedes bisschen Wüste und jeder Kaktus eine kleine Sensation. Und es gibt ein paar klasse Tunnel, die schon sehr speziell sind, wenn man an unsere Standards denkt. Zumindest sollte man sich da an die Ampelregelung halten! Sonst heißt es Rückwärtsgang! Ich lande in Illapel so ziemlich im Stadtzentrum. Mitlerweile schaue ich vor Ort auf Booking.com oder Maps was es in den Orten für Unterkünfte gibt und fahre sie direkt an. Meist bekommt man den selben oder etwas besseren Preis. Heute Abend gibt es Kultur auf dem Hauptplatz, Mangafilme und -spiele werden life mit klassischen Instrumenten vertont. Etwas ungewohnt aber warum nicht!
Morgens auf dem Hotelparkplatz, zum Glück sieht es keiner aber ich lege das Motorrad hin! Natürlich vollgepackt und voll angezogen. Sch…! Also bevor es jemand sieht schnell wieder aufheben! Schnell, naja aber es geht tatsächlich! Ohne vorher abzupacken. Da hat sich das Fitneestrainig bei Anis nun also doch bewährt! Zumindest reicht die Beinkraft! Mein nächstes Ziel sollte eigentlich La Serena werden aber die Strecke ist schön, macht Spaß, fühlt sich das erste Mal auch etwas einsamer an und ich komme das erste Mal vom Weg ab. Absichtlich! Und das lohnt sich! Diesmal kein Asphalt, Gravelroad wie man so schön sagt oder einfach auch Schotterpiste. Mal sehen wie das Motorrad reagiet und vor allem wie ich reagiere und nachdem ich nun weiß wie schwer das Motorrad aufzuheben ist. Navigieren ist auch noch so eine Sache. Mein Garmin kennt die kleinen Straßen erst, wenn ich drauf bin. Google ist da wesentlich flexibler. Ohnehin stelle ich fest, daß Google einfacher zu handhaben ist und viel mehr Orte kennt. Ich habe das Garmin natürlich an, unterstütze es bei der Eingabe ab und zu vom Handy aus. So kam ich auch auf den kleinen Umweg, der mich mit wunderschöner Landschaft belohnt und mich meine ersten Erfahrungen auf Abwegen sammel lässt. Wieder auf Asphalt nähere ich mich Combarbala. Der Blick in das Tal ist herrlich und irgendwo dort soll es auch ein Observatorium geben. Das Örtchen macht einen ganz süßen Eindruck, ich mache Mittag, ein drei Gänge Menu, was ich so nicht erwartet hatte und zu einem wirklich guten Preis und alles sehr lecker! Ich entschließe mich zu bleiben und besorge mir für 23:00 Uhr ein Ticket für das Observatorium. Der Ort hat sonst nicht viel zu bieten. Wie immer ist der zentrale Platz so das netteste, was man sich anschauen kann. Auf Weihnachten sind sie aber auch schon eingestellt. Pünktlich am Observatorium gibt es dann eine Führung, wobei uns unter freiem Himmel Sternenbilder gezeigt und erklärt werden. Mittels Laser wird auf die jeweiligen Sterne und Bilder gezeigt, was unglaublich dabei hilft zu erkennen welche nun gemeint sind. Alles auf Spanisch versteht sich, da kommen mir so kleine Unterstützungen ganz gelegen. Das Highlight ist dann das Schauen durch ein Teleskop, wobei wir drei verschiedene Einstellungen bekommen. Schon wirklich Sensationell!! Der Saturn ist eine Einstellung und man erkennt ihn gut, zwar klein aber deutlich mit Ring!
La Serena war nicht wirklich spektakulär. Vielleicht war ich auch nicht an den richtigen Stellen, zumindest wollte ich mir den Leuchtturm dort anschauen. Nachdem ich mir ein Hostel gesucht hatte und mich die Besitzerin mit ihrem Neffen in Deutschland telefonieren ließ, machte ich mich auch schnurstracks auf den Weg ans Wasser. Das Meer ist schon immer irgendwie schön aber die Stadt und vielen Hochhäuser, zumindest in die eine Richtung luden mich nicht so ein. Aber viel mehr wollte ich dort auch nicht. Der nächste Tag beginnt wolkenverhangen und ich bin zu dünn angezogen. Als die Straße etwas über Berge ins Landesinnere führt, fahre ich bei 9°C und tiefen Wolken. Ich stelle die Griffheizung auf voll! Ich glaube, hier hole ich mir bisschen eine dicke Nase.
Auf halber Strecke nach Vallenar biege ich nochmal ab nach Punta de Chorros, einfach um zu sehen wie es dort aussieht. Dabei begegne ich das erste Mal den hiesigen Rehen, Alpakas am Straßenrand. Ich mache in Choros Mittagspause im Restaurant El Barco und bekomme wirklich lecker Fischfilet in Butter! Ich hätte auf die Leute hören sollen, die mir sagten nimm jede Gelegenheit zum Tanken war. Auf dem Weiterweg nach Vallenar folge ich einer Streckenemphelung durch die Berge muss dann aber an der einen Stelle mich wieder für die Autobahn entscheiden, da mir der Sprit für den Restumweg fehlt. Ich hatte in La Serena nicht mehr getankt und war der Meinung, das reicht schon… . Kurz vor Vallenar zeigt sich endlich ein bisschen blühende Wüste. Bis auf ein eingezäuntes Feld direkt an der Straße, dass wirklich fett lila blüht und einige Hänge um die Stadt, hätte ich mir das etwas schicker vorgestellt.
Am nächsten Tag aus der Stadt raus und dann war sie da, die blühende Wüste! Ich war wieder auf der Autobahn und wie so vieles war hinter einem Zaun ganz viel wunderschön lila blühende Wüste. Ich bin ja sonst nicht so auf lila aber das sah dann doch schon sehr schön und bisschen überwältigend aus! So hatte ich mir das schon eher vorgestellt! Ein Stückchen weiter konnte ich dann auch hinter den Zaun und auf einen Aussichtshügel fahren und die ganze Fläche bewundern. Ringsherum alles in herrlicher Blütenpracht. Hier habe ich das erste Mal die kleine Drohne eingestzt und leider an den besten Stellen nicht richtig auf Filmaufnahme gedrückt. Dabei hatte ich mir mit dem Fliegen so viel Mühe gegeben. Trotzdem gibt es eine Menge Bilder. Und dann gabs da auch noch den Weg, der nicht auf der Autobahn nach Copiapo weiterführte, also mal ausprobieren. Hier blühte die Wüste wirklich! Gut, der Weg zwag mich dann wieder auf die Autobahn aber auch von da überall kleine blühende lila Blümchen, die die Flächen und Hänge in pastellenes Lila tauchten, sich die Berge hochkrabbelten und allem ein bisschen freundlicheren Anstrich verleihen wollten. So wahr das für mich wirklich eine Blühende Wüste…
Hier nun auch der Begleitfilm.




































































6 comments
Wirklich schöne Bilder. Da könnte einen schon ein wenig das Fernweh ereilen. Und natürlich sind die Reiseberichte interessant. Und die BMW kann ja auch echt umwerfend sein.
Faszinierend und wunder- wunderschön, danke, dass du uns an dieser Reise teilnehmen lässt!
Sehr spannender Film von deiner „Moped-Cam“ und tolle Fotos aus dem Blumenmeer! Bitte mehr davon! Weiterhin safe journey! (Verfahr dich nicht im Tunnel! 😉
Es gibt ja Licht am Ende… 😉
Nächstes Mal Alpakasteak mit Kakteensalat!
Traumhaft schöne Bilder aus der Wüste und immer schei uffbasse!😁
Danke für die tollen Filme.
Sehr gern! Un ich basse uf! 😉