Die Nacht auf dem Campingplatz am Lago Alumié war sehr angenehm, nur nahm über Nacht der Wind deutlich zu! Jetzt brauchte es noch nicht einmal mehr Autos um Staub aufzuwirbeln! Alles was nicht befestigte Wege sind, was hier bis auf die Hauptstraße eigentlich alles ist und selbst die geht bald wieder in Schotter über, wird vom Wind heimgesucht und dieser treibt den Staub ordentlich vor sich her. Trotzdem bleibt die Landschaft jetzt viel grüner und üppiger und nimmt eher noch an Wald zu! Ich fahre in San Martin de los Andes ein und nehme mir ein kleines Hostal für eine Nacht. Nicht nur die Landschaft hat sich geändert, sonder auch der Antlitz der Ortschaften. Es sieht viel europäischer aus, mit vielen alten Holzhäusern fast schon idyllisch. Allerdings eben auch sehr touristisch! Im Prinzip scheint der Ort hier, wie wahrscheinlich die meisten, gut vom Tourismus zu leben, entsprechender Trubel herscht hier auch. Ich mache wie immer einen Spaziergang und laufe bis vor an den gr0ßen See, wo Leute am Strand liegen, baden und Boote über den See fahren. Das hat schon eher etwas alpenhaftes mit dem vielen Wald und den Bergen ringsherum. Am nächsten Tag mache ich mich schon wieder auf den Weg. Das Wetter ist herrlich und die Strecke wunderschön! Schon kurz aus dem Ort raus erhebt sich die Straße entlang des Sees, mit wunderbaren Einblicken zurück auf den Ort und auf den See, der eingebettet in hohen Bergen liegt. Selbst seine Größe ist beeindrucken, etwas, was man von San Martin aus nicht so sehen und erahnen konnte. Viele Touristen sind auf der selben, der „7 Seen“ Strecke unterwegs und an jedem Aussichtspunkt steht eine Meute, die sich immer wieder trifft und unermüdlich Fotos schießt. Naja, ich gehöre ja irgendwie dazu. Jedesmal etwas anders, viele herrliche Farben, vor allem Blau- und Grüntöne, die miteinander spielen und die mit den Bergen und Himmel zusammen klasse Gelegenheiten für Panoramafotos bieten. An einer Brücke halte ich an. Tiefes blaues aber durchsichtiges Wasser fließt drunter durch. Alte Baumstämme und Steine sind gut zu sehen und ein paar Jugendliche haben es sich zur Aufgabe gemacht von der Brücke in den Fluß zu springen. Ein bisschen Neid packt mich schon und bei über 30°C draußen wäre das sicher eine wilkommene Abkühlung, einzig mich schreckt etwas der Aufwand, den ich mit umziehen und Motorrad unbeaufsichtigt stehen lassen betreiben müsste. Schließlich überwinde ich mich an einem der nachfolgenden Seen doch und springe in tiefblaues Bergseewasser. Die folgenden Orte werden immer touristischer, bis ich in der Ferne Bariloche sehe.
Im Hintergrund der Stadt eine riesige Rauchwolke, irgend etwas brennt! Ich habe mir vorher auf Booking ein Hotel mitten in der Stadt ausgesucht, das Preisangebot schien für mich ok und so fahre ich auf die Suche. Ich habe es schon ziemlich deutlich eingekreist, halte aber noch einmal mitten in Zentrum im größten Einkaufsgetummel an, um doch noch einmal auf meinen aktuellen Standpunkt zu schauen und wo ich mich zum Hotel hin befinde. Eigentlich ist es genau vor mir aber die Straße ist gesperrt, temporär. Also starte ich das Motorrad, will los fahren und es gibt ein ordentliches Klong und drauf gleich noch ein Klong! Sch…. Ich hatte zu dicht an einem niedrigen Poller geparkt, den ich beim losfahren übersehen habe und habe ihn nun eine ordentliche Beule verpasst…, naja und dabei das Motorrad umgekippt. Gott ist mir das peinlich! Wahrscheinlich sind gerade alle Augen im Umkreis von hundert Metern auf mich gerichtet und das sind nicht wenige! Routiniert ist die Maschine schnell wieder aufgehoben und in dem Moment habe ich auch schon eine Politesse neben mir stehen. Alledings beschwert sie sich nicht, dass ich ihren Poller verbeult habe, sondern fragt, ob mit mir alles in Ordnung ist. Ja! Bis auf meine Ehre schon, dass sage ich ihr aber nicht. Aber bei so viel Freundlichkeit, frage ich gleich, wie ich zu meinem Hotel komme. Die Straße geradezu ist noch von Weihnachten und Neujahr gesperrt aber hintenrum gibt es einen Weg, wo auch der Parkplatz vom Hotel ist. Ich buche mich für zwei Nächte ein, da ein Tag mal wieder fürs Schreiben geplant ist. Die Stadt ist ebenfalls sehr touristich, vor allem im Stadtzentrum aber ansonsten eben auch wie andere Städte, mit ihren schönen und weniger schönen Seiten. Der Löschhubschrauber fliegt die ganze Zeit und holt Wasser aus dem See, an dem die Stadt liegt. Später erfahre ich, dass die Müllkippe brennt und auch, dass dies immer mal wieder passiert. Das Stadtzentrum ist ganz nett und immernoch weihnachtlich geschmückt aber auch unten am See, hat man schöne Blicke in die Berge auf die weißgesprenkelten Zacken. Im obersten Stock hat das Hotel so etwas wie eine gemütliche Sitzecke mit Blick auf den See und so habe ich am nächsten Tag ein wunderbares Arbeitspanorama. Der Tag wäre ohnehin wesentlich kühler mit starkem Wind gewesen, also passt der Arbeitstag ganz gut.
Ich habe mich mit Klaus und Claudia verabredet. Die beiden wohnen seit Jahren bei El Bolson und über sie habe ich die Haftpflichtversicherung für das Motorrad für Südamerika bekommen. Das wesentlich spannendere ist allerdings, daß sie in den 1980’ern 16 Jahre mit dem Motorrad um die Welt gefahren sind, ein Buch „Abgefahren“ geschrieben haben und ich es natürlich vor vielen Jahren gelesen habe. Dass sie mir so nun über den Weg laufen und ich sie besuchen fahre finde ich spannend! Ich habe vorher angefragt und so haben wir einen Termin ausgemacht. Ich stehe vor dem Tor, hupe und Klaus macht auf und zeigt mir, wo ich mein Zelt hinstellen kann. Dabei haben wir schon gleich unseren ersten lockeren Plausch und so versprechen es ein paar nette Tage zu werden. Ich habe einen herrlichen schattigen Platz am Flüsschen, es ist wunderbar ruhig hier und das plätschern des Wassers fast schon meditativ. Ich helfe in den nächsten Tagen Klaus ein wenig bei seinen Arbeiten und beim gemeinsamen Essen höre ich auch ein paar Geschichten aus alten Zeiten. Zum Glück hat er etwas Werkzeug und eine Werkstatt, wo ich meinen linken Koffer etwas richten kann. Beim Umfaller in Bariloche hat er doch etwas abgekriegt und der Deckel schließt nicht mehr optimal. Nach ein paar Anläufen klappt die Klappe wieder vernünftig, fast besser als vorher. Mein Zeitplan steht aber und so breche ich nach drei Tagen schon wieder auf. Es ist vor allem dem Termin in der BMW Werkstatt in Osorno Chile geschuldet, wo ich mir für Montag um 09:00 Uhr einen Termin für meine erste Durchsicht geplant habe. Die Strecke geht über Bariloche und von da auf halbem Weg nach San Martin nach links ab über die Grenze nach Chlile und dann gerade aus. Es sind nicht so wahnsinnig viele Kilometer aber dann doch eigenlich eine zwei Tages Tour. Ich bin also wieder in der Spur, bei herrlichstem Wetter und fotografiere schon gleich wieder, keine 500m Meter auf der Straße. Die dicken Rauchwolken von den Waldbränden südlich von El Bolson nehme ich nicht auf. Soweit ich weiß waren die tatsächlich auch im Deutschen Fernsehen, also viel besser da, als soweit weg zu sehen. Dafür hatte ich aber auf der Hinfahrt den Rauch nicht nur gesehen, er stand auch weit nördlich von El Bolson und tauchte alles in Dunst mit dem ständigen leichten Rauchgeruch in der Nase! Nun auf dem Rückweg ist die Luft klarer und auch die Umgebung wieder viel schöner zu sehen. An der ersten Tankstelle in Bariloche tanke ich. Schiebe das Motorrad vomn der Zapfsäule weg und hole das Handy raus, um zu schauen, was es für Übernachtungsoptionen hinter Bariloche gibt. Das wird schwierig! Booking zeigt kaum Möglichkeiten und wenn dann teuer! Ich packe das Handy wieder in die Bauchtasche und diese in den Tankrucksack, wie immer, lasse den Reisverschluss vom Hauptfach aber offen, da ich vor Ort ja ohnehin gleich wieder ran muss. Noch eine gute halbe Stunde die Umgehungsstraße runter und ich bin in Dina Huapi und fange an ein Hostal nach dem anderen abzuklappern. Irgendwann hole ich die Bauchtasche raus und schnalle sie mir um, da ich etwas laufen muss und die wichtigsten Sachen nicht unbeaufsichtigt im Tankrucksack lassen will. Es lässt sich nichts finden, alle sind voll! Ich bekomme ein zwei mal den Hinweis auf ein etwas teureres Hotel und steuer das dann auch tatsächlich an. Die nächste Option wäre weiter rausfahren und wild Zelten gewesen. Das Hotel hat noch ein Zimmer für 100USD. Es ist schon spät und ich nehme es, ich habe keine Lust mehr noch groß zu suchen, auch nicht nach einem Zeltplatz. Es sind Prinzip zwei riesige Zimmer eins unten und eins oben, mit Küche, zwei Bädern und oben mit acht Einzelbetten. Ich darf mir eins aussuchen. Hahaha. Der Chef frag nach dem Pass für die Regestrierung, solange ich mit dem Einziehen beschäftigt bin und da ist er…, nein ist er nicht! Nein wirklich nicht! Sch….!!! Da, wo mein Pass normalerweise in der Bauchtasche steckt ist er nicht! Ich suche in der kleinen Bauchtasche, als ob ich eine 5 Liter Damenhandtasche hätte aber da ist nichts! Eine gewisse Hektik, Panik breitet sich in mir aus! Ich durchsuche den Tankrucksack. Das wäre schon eher einer Damenhandtasche ähnlich aber nichts! Alles ein zweites Mal, drittes! Eine Katastrophe! Ich mache dem Hotelier klar, daß ich das Zimmer nehme, den Pass verloren habe und mich nochmal auf die Suche mache, solange es noch hell ist! Ich bin in dem kleinen Ort so einiges angefahren und kann mich noch so ungefähr daran erinnern, wo ich mir die Bauchtasche umgeschnallt habe. Ich fahre alles ab, klingel noch einmal da wo ich auch vorher war und frage ob jemand den Pass gefunden hat. Ich fahre sogar zurück zur Tankstelle und frage, nichts! Jetzt werden sich meine Reisepläne auf Schlag verändern! Ich fahre ans Hotel zurück, kaufe mir vorher noch ein Bier und beende den Tag in Gedanken, was nun alles zu tun ist. Ich mache mir Frühstück und schreibe Klaus und Claudia nochmal an, ob ich den Pass vielleicht dort schon verloren habe? Aber mein Gefühl weiß, dass es hier im Ort beim Umschnallen der Bauchtasche gewesen sein muss. In Bariloche gibt es ein Deutsches Konsulat, das schreibe ich bereits an, mit der Frage, was ich nun zu tun habe, bzw. ob mein zweiter Reisepass funktionieren würde. Aber du kannst nur mit dem Pass mit dem du reingekommen bist auch wieder ausreisen. Claudia antwortet schnell, nichts gefunden. Ich packe und mache mich fertig, damit ich als erstes bei der Polizei vorbei fahre, um den Verlust zu melden. Danach nach Bariloche rein und ins Konsulat, insofern ich heute am Sonntag eine Chance habe und dann weitersehen! Ich finde die Chefin um die Ecke in der Wäscherei und will den Schlüssel abgeben, als sie mir im selben Moment sagt, der Pass ist bei der Polizei. Wow, ich bekomme einen Schauer und Gänsehaut! Habe ich ihr Spanisch richtig verstanden? Aber scheinbar schon! Sie holt ihren Mann, der ganz gut Englisch kann und der mit mir zur Polizeistation, ca. 4min von hier fahren will. Mein Gott, eine Achterbah der Gefühle! Aber noch bin ich etwas ungläubig! Wir steigen auf der kleinen Wache aus und tatsächlich holt der Polizist meinen Deutschen Pass aus einem Schrank! Ich erkenne ihn an einem alten Gepäckcode-Aufkleber am Umschlag wieder. Ich habe eine Farbkopie dabei und so habe ich den Pass in weniger als einer Minute zurück, muss kein Formular ausfüllen und kann ganz normal weiterfahren wie geplant! Heute scheint die Sonne, nicht nur am Himmel und ich bin sehr dankbar!!
Die halbe Strecke kenne ich ja nun schon und so fahre ich munter drauf zu. Zur Grenze hin verdichten sich etwas die Wolken und ich muss damit rechnen, dass es möglicherweise ein paar Tropfen geben wird! Oben treffe ich auf Ludwig und Erhard, die sich auch unterwegs getroffen haben und nun ein Stück gemeinsam fahren. Nachdem wir aus Argentinien raus und in Chile eingereist sind gibt es noch einen Kaffee und ein Empanada, wir tauschen die Nummern aus und machen uns auf den Weg, zu unseren unterschiedlichen Zielen. Hier ist aufeinmal alles viel grüner! Fast schon unverschämt grün, alles ist üppig mit Gras, Büschen und Bäumen die saftig dastehen. Der Grund wird schnell klar! Es fängt an zu regnen und das nicht zu knapp! Ein toller Empfang! Aber meine Klamotten haben ja Goretex Pro, also muss ich nur die Belüftungsschlitze schließen und bleibe trocken. Denkste! Den ganzen Goretex-Quatsch habe ich mitlerweile fast ein bisschen satt! Bis jetzt war noch nie etwas wirklich dicht! Es braucht nur etwas länger bis es durch ist! Die Jacke geht noch, da sind es vor allen die unteren Ärmel und Schulter die nass werden, bei der Hose der Schritt! 😳 Also auch die richtig guten Sachen von Stadler taugen in Bezug auf Regendichtigkeit nicht so viel, zumindest, wenn die Unterhose einen peinlich nassen Fleck zeigt und unangenehm feucht ist! Nein, ich hatte keine entsprechenden Gedanken oder zu viel Bier, nicht bei dem Wetter! Vor Osorno lässt der Regen nach, stehe aber trotzdem triefend in der Rezeption von dem Hotel Canañas Blumenau und beziehe ein kleines Zimmer für zwei Tage. Am nächsten Tag stehe ich pünklich um 09:00 Uhr bei BMW Motoaventura Chile und gebe mein Motorrad ab. Auf der rechten Seite müssen sie zusätzlich mal auf den Zylinder schauen, da kommt irgendwo Öl raus und auch der rechte Nebelscheinwerfer ist ab. Der hing vor ein paar Tagen im Srurzbügel. Aber da hat sich BMW auch keien gute Halterung einfallen lassen, die Hartplaste war auch schon damals bei der 1200er gerissen und bei den Rippelpisten ist es kein Wunder, das so etwas bricht. Evtl. lags auch daran, das ich die Dicke mal abgelegt hatte, daher wahrscheinlich auch das Öl. Einen neuen Reifen hinten wird es auch geben…, ich bin gespannt, in welchem Kostenbereich ich liegen werde, erwarte es aber nicht viel billiger als zu Hause, ist ja schließlich BMW. Ich gönne mir einen Tag in der Stadt, bringe meine Wanderschuhe zu einem Schuster, da sich die Sohlen so ziemlich komplett lösen und suche mir einen Barbershop für die Selbstpflege. Ich schlendere ein wenig durch das riesige Einkaufszentrum der Stadt, dass wie bei uns alles an Läden und Lädchen zu bieten hat. Zwischenzeitlich bekomme ich eine WhatsApp, welchen Reifen ich denn gerne hätte? Ich entscheide mich für den Heidenau K60 Ranger, mal sehen, ob das eine gute Wahl war? Den Mitas mit dem ich vorher sehr zufrieden war hatten sie nicht. Die Motorradjacke bekommt einen neuen Zipper, da einer abgebrochen war, für umgerechnet 5,00 EUR hole ich die Wanderschuhe vom Schuster, die 20 minütige Rasur bekomme ich ebenfalls für 5,00 Euro und dann stehe ich wie vereinbart um 17:00 Uhr bei Motoventura Chile auf der Matte. Das Mottorrad braucht noch etwa eine Stunde und dann habe ich mein Schätzelein wieder. Alles ist gemacht, sieht wieder ordentlich aus und es hat sogar eine Dusche bekommen!! Der Preis, wie bei uns! 😅
Der nächste Tag verspricht schön zu werden, die Sonne scheint und ich will nicht wirklich weit, nur bis Puerto Montt aber nicht auf der großen Straße, die gerade runter führt, sonder etwas über Umwege an einem See vorbei. Zumindest scheint das etwas abwechslungsreicher! Das blöde Navi schickt mich aber eben einmal auf die Autobahn, um gleich wieder davon abzufahren, was mich aber einmal Maut kostet! Gut die war nicht teuer aber völlig unnötig, da ich auch easy auf der Landstarße hätte fahren können, auf der ich jetzt ohnehin bin. Die Gegend ist schön, schön grün, einige Höfe, große Weiden mit lecker Rindvieh und kaum Verkehr auf der Schotterstraße! Als ich wieder auf Asphalt komme taucht in der Ferne eine klassische weiße Bergspitze von einem Vulkan auf! Herrlich wie sie so allein in der Gegegend in den blauen Himmel ragend und der grünen Kulisse davor fast sämtliche Aufmerksamkeit auf sich zieht! Und noch besser, ich fahre teils direkt darauf zu! Ich bin nicht sehr fix unterwegs. Puerto Montt ist trotz des Umweges nicht weit und ich mache eher eine Genießertour daraus. Entlang des Lago Llanquihue bietet sich ein wunderbares Langsam-Reise-Panorame und ich genieße jede Minute. Sicher auch, da die Temperaturen eher etwas frischer, also mal angenehm sind, bei herrlichstem Sonnenschein und immer mal wieder auch einem Blick auf den Vulkan Osorno!
Ich reite in Puerto Montt ein und finde das Hostal, das ich mir rausgesucht habe relativ schnell und bekomme ein eigenes Zimmer mit Blick auf die Stadt und Gemeinschaftsbad. Wärend des Abladens lerne ich eine Südkoreaner kennen, der hier unterwegs ist. Er raucht viel aber wir unterhalten uns ganz gut. So wie er sagt ist er Chirurg aber jetzt im Ruhestand, hat das Leitungswasser getrunken und denkt, dass er davon Durchfall hat. Ich lache innerlich und denke so, Ärzte… Ich verbringe den nächsten halben Tag im Chat mit DJI, da meine Action 5Pro Camera zwei Risse in der Frontscheibe hat aber wie zu erwarten bringt das nicht viel. Ich müsste die Kamera von Deutschland aus einschicken und dann würden sie prüfen ob ich Ersatz bekommen. Bis dahin sollte ich zumindest nicht unter Wasser mit der Kamera gehen. Nun gut, ich hoffe, dass sich die Risse bei den Waschbrettstraßen nicht weiter ausdehnen oder noch mehr dazu kommen! Den Rest des Tages schreibe ich wie geplant auf meiner Homepage und baue am nächsten Film. Ich gönne mir einen weiteren Tag, um ein bisschen in die Stadt reinzuschauen und im Einkaufszentrum um die Ecke ein bisschen zu stöbern. Vielleicht gibts ja noch eine Ersatzkamera!? Es gibt zwar einen Laden mit etwas GoPro Auslage aber wirklich etwas Brauchbares ist da nicht dabei. Es gibt ein einfaches T-Shirt, da mein Weißes etwas schmutzanfällig ist und im Decathlon eine sehr einfache billige Regenjacke für den Notfall zum drunterziehen unter die Motorradjacke. Trotzdem bin ich mir nicht sicher, ob ich nicht hätte ein paar Nummern größer nehmen sollen, zum drüber ziehen…! Am darauf folgenden Morgen meint mein Ofen etwas schwerfällig anspringen zu wollen! Mich beschleicht etwas Unbehagen! Ich hatte das die Tage davor auch schon immer mal wieder, dass sie nach einer etwas kälteren Nacht oder einem Tag länger stehen erst einmal murrt und erst beim dritten oder vierten Mal anspringt. Ich hatte das in Osorno in der Werkstatt mit angesprochen aber als sie meinten ich solle das weiter beobachten und da ich eine Starthilfe dabei habe, käme ich damit gut weiter, hatte ich die Batterie nicht wechseln lassen. Heute ist mir unwohl! Ich fahre aber los und bin schon halb aus der Stadt raus, mit den ersten Schildern für die Careterra Austral, als ich noch einmal anhalte, um in mich zu gehen! Ich entscheide mich umzudrehen und in die, in der WhatsApp-Gruppe empfolene Werkstatt zu fahren und das Gefühl hatte recht! Das Schneckchen zickt rum und springt nicht mehr an! Ich versuche es einige Male aber es wird eher schlechter! Ich sollte etwas öfter auf mein Gefühl und die ertse Intuition hören!! Also gibts etwas Arbeit direkt an der Straße aber mit der Starthilfe, die gleichzeitig auch als Powerbank funktioniert geht sie sofort an und blubbert lustig vor sich hin. Alles aufräumen, zu machen und ab in die Werkstatt, die die richtige Batterie auch auf Vorrat hat und wo ich sie dann auch selber fix wechsele. Nebenbei quatsche ich etwas mit dem jungen Mechaniker der Werkstatt, er versucht es auf Englisch, ich auf Spanisch. Irgendwie nett! Mich kostet das Vergnügen 100,- Euro und ca. eine Stunde und mit einem wesentlich besseren Gefühl begebe ich mich auf nach Süden auf die Careterra Austral.
PS.: Ich sehe anhand der diesmal wenigen Fotos, das ich Städte doch etwas vernachlässige. Auf der Careterra Austral wir es wieder anders und im Film gibts sicher auch wieder mehr zu sehen.

















































































One comment
Fahre über keinen Pass ohne Pass.