Noch am selben Tag verlasse ich den Salar und fahre Richtung Argentinien. Tupiza wird vorraussichtlich mein nächstes Ziel aber ob ich das noch am selben Tag schaffe weiß ich nicht. Nach dem Salar sind die nächsten Kilometer fast etwas „langweilig“, obwohl entlang einer langen Geraden viele kleine Dünen zu sehen sind. Ich habe fast das Gefühl etwas zu verpassen. Im Nachhinein stelle ich fest, daß es sich wohl gelohnt hätte dort mal genauer rein zu schauen aber ich wollte einfach noch ein paar Kilometer machen. Ich komme wieder mehr in bergigere Gegend und ich dachte noch nach dem Salar gibt es nichts mehr was das toppen könnte. Vielleicht ist es auch kein größer und besser aber es ist anders. Es gibt viele Schluchten und die Hänge sind steil und ausgewaschen. Gerade das Ausgewaschene macht hier alles irgendwie reizvoll! Ich fahre langsamer, um die Landschaft zu genießen und werde es sicher nicht nach Tupiza schaffen. Also suche ich mir in der kleinen Bergbaustadt Atocha die ca. in der Mitte des Weges liegt ein kleines Hotel. Das Zimmer ist klein, ich muss etwas über meine Taschen steigen aber ansonsten funktioniert alles. Unten im Flur hängt ein Bild von einem Fahradfahrerpaar, bei dem ich denke, es könnten Darmstädter sein. Aber ich kann es nicht herausfinden. Ich lande in einem kleinen Restaurant etwas unterhalb und lasse es mir gut gehen. Ein drei Gänge Menü mit einem großen Glas einer Art Eistee, bzw. Saft machen mich satt und un müde. Ich gehe noch einmal über den Hauptplatz und schaue was sonst so passiert und gehe schließlich recht bald ins Bett. Am nächsten Tag mache ich mich nach einem kleinen Frühstück auf wiedre auf den Weg. Die Berge entlang der Straße sind wirklich fastzinierend! Kurz hinter einer Mautstation, an der ich auch nichts bezahlen muss mache ich einen kurzen Stop, um eine Suppe zu essen, da dass Minifrühstück nicht lange gehalten hat. Mir wird noch ein Kotlett angeboten aber es ist warm und ich will etwas vorwärts kommen und keine Siesta machen. Doch mich fastziniert die Natur und als ich in Tupiza einfahre, schaue ich, ob ich nicht etwas günstiges zum Bleiben finde.
Ein Hostal mit guten Bewertungen und Parkplatz wird für die nächsten drei Tage meine zu Hause. Auch Tupiza hat nicht wahnsinnig viel zu bieten aber ich finde Zeit, meine Seite zu bearbeiten. Die Straßen wimmeln von kleinen „Tuktuks“ (ich habe nicht nach deren Namen gefragt), die scheinbar hier das Haupttransportmittel sind. Es gibt natürlich wieder alle Klassen davon, voll aufgemotzt bis, naja, bräuchte mal wieder eine Überholung. Meine Klamotten bekommen auch mal so etwas wie eine Überholung. Zumindest kann ich sie in einem Außenwaschbecken mit integriertem Waschbrett mal ganz althergebracht durchwalgen und auf einer langen Leine aufhängen. Ich gehe zweimal ins Restaurant Green Planet, da es sehr gute Kritiken in Tripadvisor bekommen hat und muss bestätigen, dass es mir eine kleine Oase zu sein scheint. Es gibt keine Karte, dafür ein Menü mit Suppe und Hauptgang, die beide sehr gut sind. Ich bestelle mir dazu eine Flasche Wein, den ich nur halb trinke und hebe mir den Rest für den nächsten Tag auf. Der Serice ist super und ich unterhalte mich so gut es geht mit dem Chef. Nebenbei läuft ein Youtube-Kanal über die Gegend und ich beschließe, den nächsten Tag eine kleine Wanderung zum Puerta del Diablo zu machen. Ich bin also den nächsen Tag, fast den ganzen Tag unnterwegs und mache viele Fotos, von dem nur kleinen Ausschnitt von den ganzen Bergen drum herum. Auch wenn der Beitrag hier nicht ganz so ausführlich wird, so gibt es dafür reichlich Bilder. Man könnte mit wenig Fantasie so viele Bilder, Figuren und Motive sehen. Vielleicht entdeckt ihr ja auch ein paar.
Ich entscheide mich am letzten Abend in Tupiza doch nicht direkt an die Grenze zu fahren sonder in großem Bogen, wovon die Hälfte des Wegs Schotterpiste ist, nach Tarija. Das führt mich zum einen wieder in die Höhe und fordert mich zum anderen doch etwas heraus. Aber zuvor muss ich durch eine Zoll/Polizeiposten und werde tatsächlich angehalten. Der junge Beamte will meine Papiere sehen. Wahrscheinlich geht er davon aus, dass ich aus Argentienien gekommen bin und will noch einmal checken. Sein älterer Kollege ist dafür sehr am Motorrad und meiner Reise interessiert und macht Fotos. Schräge Situation, der eine ganz geflissentlich am Prüfen und der andere will davon gar nichts wisssen. Durch die Länge der Strecke muss ich mich nun endlich mal wieder an die ganzen Off-Road-Trainings erinnern und mit der Zeit bekomme ich wieder ein besseres Gefühl, für das, was ich beim Fahren zu machen habe. Und irgendwie funktioniert es auch und fängt an, immer mehr an Spaß zu machen. Auch, dass auf der Rippelpiste mehr Gas zu geben sich besser fährt, ist eine Gewöhnungssache und so werde ich etwas schneller. Die Aussichten sind mal wieder super klasse! Ich kann auf weite Teile der Strecke zurückblicken und genieße es einfach! In der Höhe ist es wieder nicht ganz so warm, doch das ändert sich als ich wieder an Höhe verliere. Die Sonne drückt ganz ordentlich und mir wird ganz gut warm unter der Jacke. In El Puente komme ich wieder auf Asphlt aber bevor ich bis Tarija durchziehe gönne ich mir ein Kaltgedränk und einen kleinen Snack. Kurz vor Tarija komme ich an einen Tunnel und dahinter wird es aufeinmal viel grüner. Die Berge haben alle eine grüne Schicht aus Moos und Pflanzen, die mich an Schottland erinnern. Tarija liegt im Tal von Bergen umgeben und sieht schon von weiten grün aus.
Es ist wohl auch kein Wunder, es ist DIE Weingegend von Bolivien. Ich habe mir ein kleines Hostal ausgesucht, daß allerdings etwas Abseits vom Stadtzentrum liegt. Dafür werde ich sehr herzlich und zuvorkommend aufgenommen. Franz und seine Frau kümmern sich aber nebenbei um ihre Enkel und haben somit ganz gut zu tun. Am Abend bin ich in der Stadt und gehe wahrscheinlich in das vornehmste Steakrestaurant der Stadt. Ich fühle mich in meinen Klamotten etwas deplaziert aber es gibt auch Einheimische, die einfach nur in Shorts und T-Shirt hereinspazieren. Egal, ich genieße ein leckers Staek und einen kleinen sehr guten Rotwein und schlendere zufrieden durch die abendliche Stadt. Eigentlich wollte ich nur drei Tage bleiben aber es ergibt sich, daß daraus eine ganze Woche wird. Ich bin zum Mittagessen immer mit eingeladen und Franz zeigt mir einige Orte sehenswerte Orte in der Umgebung. Unter anderem das Geburtshaus in San Lorenzo, Tarija von Moto Mendez einem Helden im Kampf für die Unabhängigkeit. Ich revanchiere mich mit dem Kauf von Fleisch was wir am Abend grillen und werde beim Wein davon überzeugt, doch wenigsten bis Samstag zu bleiben, da es an dem Tag ein großes Tanzfest von diversen Universitäten gibt, wo Studenten ihre Tänze und Musik aufführen. Ich bin kein sehr guter Redepartner und obwohl mein Verstehen gefühlt besser wird, denke ich, das Sprechen echt eine Katastrophe ist! Trotzdem werde ich ins Mate-Ritual mit einbezogen und wir teilen uns abwechselnd eien dafür gemachten Becher mit Kreutertee und Zucker. Ich fühle mich sehr wilkommen und mehr und mehr in den Familienkreis gezogen. Also helfe ich hier und da ein bisschen und nachdem wir den Pool einmal gereinigt haben gibt es bei 30° auch eine wilkommene Abkühlung. Zu fünft fahren wir Samstag zu der für die Tänze gesperrten Straße aber ex ist einfach nichts los! Wir erfahren, dass es doch erst am Abend losgeht. Also werde ich zu Essen eingeladen und fahren danach nach Hause, da Franz einige Gäste hat. Am späten Nachmittag bestellt er mir ein Taxi und ich bin rechtzeitig zum Beginn vor Ort. Die Kostüme der unterschiedlich großen Gruppen sind aufwendig gestaltet und teilweise muteten mir die einstudierten Koreografien fast wie ein Ausdauersport an. Gut sie müssen ca. 3km tanzend zurücklegen und da verwundert es auch nicht, dass der ein oder andere auch eine dicke Coca-Backe hat. Mir gefällt aber nicht nur das Spektakel auf der Straße, sondern auch der Nebenschauplatz. Eigentlich ist es ein bisschen wie bei uns. Es gibt „Fressbuden“ für herzhaftes und Süßes, Getränke aller Art, einfach ein buntes Treiben, nur vielleicht etwas einfacher, ungeordneter. Jeder versucht seine Sachen zu verkaufen und bietet an was er produzieren kann. Da ich durch Franz nun schon einige Male von der „Straße“ gegessen habe, traue ich mich auch hier und es ist zum Teil richtig gut. Ich bin einige Stunden vor Ort doch für hiesiege Verhältnisse ist es mit um die 20° und Wind schon kalt und es beginnt zu tröpfeln. Also suche ich mir ein Taxi, dass mich zurück bringt. Ich bin noch einmal eingeladen, nachdem die „Touris“ alle gegangen sind und meine Abfahrt verschiebt sich nun mehr um einen weiteren Tag. Dienstag soll es also nach Villazon dem Bolivianischen Teil zur Grenze Argentiniens gehen, danach weiter Richtung Süden, mit sicher einigen Abstechern in die nähere Umgebung, die mich in Google Maps und von Berichten anderer Motorradreisender aus einer WhatsApp-Gruppe neugierig gemacht haben.










































































































































































2 comments
und wieder viele bilder für eine neue ausstellung. bleib vorsichtig.
Bei der einen Felsformation fiel mir der West Highland Way ein – „Please close the gate!“